Ohne den Hype Podcast

Heute schreibe ich mal einen deutschen Blogpost: Ich hatte die große Ehre, bei Sven Jürgensmeier im Podcast “Ohne den Hype” zu Gast sein zu dürfen. Wir haben ein wirklich interessantes Gespräch geführt.

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AI Transcript

[00:03:37] Was machst du gerade in Rotterdam?

[00:03:40] In Rotterdam. Ich besuche ein paar Leute, die ich kenne, die ich kennengelernt habe, hier gerade im Rahmen der Kuration des Demo Festivals. Ich war jetzt bei Studio Dumbar, war ein paar Tage da und habe da im Büro gesessen. Ich bin ganz gut befreundet mit Sander Sturing, dem Creative Coder von SD. Dumbar ist ein spannendes Design Studio, weil die zum einen ganz tolle Arbeit machen und ein super gutes Team haben. Aber auch vor allem, weil da die Integration von Creative Coding in den Workflow extrem gut funktioniert, weil die das so über die da so eine Kultur entwickelt haben. Also ja, ich könnte jetzt ein bisschen ausholen. Ich habe auch für einige Unternehmen gearbeitet, einige Agenturen als Creative Coder. Ich kenne auch sehr viele Leute aus der Szene, hat ein großes Netzwerk und ich weiß, wie schwierig das ist und da funktioniert das super gut. Und das hat mit so einer Augenhöhe zu tun, aber auch mit so einem Vibe der da herrscht, einer Wertschätzung gegenüber Creative Coding und auch mit einer gemeinsamen Terminologie, wenn die über Projekte sprechen.

[00:04:46] Ja, sowas ist immer gut. Aber es ist so ein friendly Visit oder ist es arbeitsmäig gerade?

[00:04:52] Nö, ich war eher so ein Freund wie wir sind, würde ich sagen. Also im Moment spiele ich so ein bisschen mit dem Gedanken, eventuell mal für ein paar Monate hier zu wohnen. Weil derzeit wohne ich in Paderborn. Das ist eine Stadt, die wahrscheinlich die wenigsten von den Hörerinnen und Hörern hier kennen. Es ist sehr provinziell, ziemlich langweilig, aber ich liebe sie trotzdem, weil es meine Heimat ist und weil ich meine besten Freunde da habe. Und ja. Es ist auf jeden Fall ganz cool, mal so ein bisschen neuen, neuen Input zu bekommen.

[00:05:23] Ich glaube, Paderborn hat jeder schon mal gehört. Es war noch nie jemand da.

[00:05:27] Ja, genau. Es lohnt sich auch nur, wenn man da jemanden kennt. Finde ich zumindest. Also, man muss es nicht gesehen haben.

[00:05:33] Ja, und du möchtest mal ein bisschen mehr Weltstadt oder Rotterdam?

[00:05:39] Ja, ach Weltstadt… Ehrlich gesagt finde ich Großstädte oft sehr stressig.

[00:05:43] Ich auch!

[00:05:44] Ich bin überhaupt kein Großstadt Mensch so richtig. Aber ich habe gerade mein Master fertig gemacht und ich hab einfach Lust. Ich brauch jetzt irgendwie wieder so ein bisschen so ein neues Projekt. Also klar, ich habe mein Geschäft und das läuft super gut und alles cool, aber trotzdem brauche ich irgendwas, was das halt so wie sagt man auf Englisch, so “accompanying”-mäßig, dass es so parallel was gibt, was neu, so ganz neu ist, weißte? Das mache ich eigentlich immer so, also dass ich immer irgendwie parallel ein Projekt habe, was weiß ich, wo ich ganz viel lernen kann und wo ganz viel Input reinkommt und so.

[00:06:18] Und das Projekt kann dann auch einfach sein, dass deine Lebensumstände sich komplett ändern, so meinst Du?

[00:06:23] Zum Beispiel. Ja, genau.

[00:06:25] Ja, das ist es ja. Ich finde es nur schade, wenn wenn Leute so Arbeit und Leben irgendwie trennen. Und ich meine, wenn du sagst, das eine ist ein Projekt und das andere ist ein Projekt, heißt es schon, dass es irgendwie gleichwertig ist.

[00:06:39] Hmm. Ja also ich bin schon sehr mit allen dazugehörigen Vor und Nachteilen. Also ich bin schon sehr viel am Arbeiten auch. Ich muss auch immer gucken, dass ich so nicht meine Grenzen überschreite, die ich auch immer wieder überschritten habe. Okay, jetzt wird es viel zu viel. Das habe ich so von meinem Vater. Also der hat immer richtig geackert.

[00:07:06] Und dein Vater war eigentlich ein super Einstieg, um in seiner Lebensgeschichte zu beginnen. Aber das muss ich jetzt ganz kurz noch auf einmal musst du mir wirklich noch erklären, was deine Baustellen sind? Und wenn ich es kurz versuchen darf, als Creative Coder, wo du mir auch noch mal erklären, das, was das dann tatsächlich bedeuten soll, sind deine drei Baustellen: Das einerseits machst ja immer noch Kunden Arbeit, richtig?

[00:07:34] Ja, manchmal schon.

[00:07:35] Dann Du unterrichtest und du machst deine eigenen Kurse. Auf deiner Webseite ist es so gut zusammengefasst übergreifend. Wenn wir jetzt die Musik mal rauslassen und all die anderen Sachen?

[00:07:50] Ja, also ich würde sagen, die wichtigste Baustelle bei mir ist definitiv meine Patreon Community und meine Lernplattform. Ich nutze Patreon als Crowdsourcing und Crowdfunding Plattform für die Entwicklung einer, sag ich mal, experimentellen, vielleicht auch ein bisschen spekulativen Online Schule für Design im Kontext von Technologie und Philosophie. Das ist so das Übergeordnete, woran ich arbeite. Mich interessiert total die Frage, wie wir mit Technologie umgehen und das in die Design Lehre zu integrieren, das finde ich total interessant, aber so, dass es sich ganz gut so in die anderen Bereiche auch so rein integriert, weißte? Ich mache Kunden Arbeit. Manchmal echt, mache gerade was gerade arbeite ich was für IBM für. Agentur. Aus Amerika. Darf ich das überhaupt sagen? Ich habe eine NDA unterschrieben. Ich darf nicht über das Projekt reden. Aber ich darf bestimmt sagen, dass ich an einem Projekt für IBM arbeite. Mit einer Agentur.

[00:08:52] Okay. Okay. Jetzt ist sie schon raus.

[00:08:54] Jetzt bin ich schon im Gefängnis. Wahrscheinlich.

[00:08:57] Mindestens. Es vor allem die Amis. Die verklagen ja auch gleich die Welt.

[00:09:00] Ja, absolut. Nein. Und ja, also solche Sachen. Es ist ein bisschen so, ich kriege halt schon auch viele Anfragen, aber ich lehne eigentlich immer alles ab. Ich habe das auch gelernt, dass man, also ich musste mich sehr fokussieren auf alles und deswegen bin ich da ganz. Das finde ich auch eine spannende Challenge. Das ist auch ein Projekt von mir selber an mir zu arbeiten und zu lernen, wie tickt, wie funktioniert das alles und wie kann ich mich so schützen auch vor Überarbeitung, vor überflüssigen Dingen, vor Dingen, die mich dann irgendwie rausziehen. Dass ich dabei gesund und effektiv bleibe.

[00:09:33] Nein zu sagen, ist ja auch wirklich ein Skill, dass man lernen muss, weil man fühlt sich ja auch, glaube ich. Also mir ging es zumindest so, dass ich mich in so einer Bringschuld gefühlt habe, sobald mich jemand nach irgendwas gefragt hat oder um irgendwas gebeten hat. Also völliger Schwachsinn ist, wenn ich jemanden. Wenn ich dich um irgendetwas bitte, dann heißt es ja von vornherein auch Nein sagen kannst. Ansonsten ist es keine Bitte, sondern eine Aufforderung.

[00:09:54] Ja, so ist es genau richtig.

[00:09:59] Also, das sind deine drei Baustellen. Patreon habe ich eben auch noch mal drauf geschaut. Das ist ja auch immer ganz spannend, weil du bist ja recht offen. Ich benutze ja auch Patreon und man kann ja einstellen, ob die Leute sehen, wie viele Supporter man da hat oder nicht. Bei dir sieht man es ja und ich glaube, es waren gerade knapp über 500 und ich, man sieht, eine zwei Tiers ist 5¨und 10 € Euro, das heißt Minimum sind 2,5k € hier rumkommen minus 30 %. Patreon sind 30 %. Ich weiß das gar nicht mehr.

[00:10:28] Also ich bin mir auch nicht ganz sicher. Also es kommt, ne, es kommt schon das ungefähr an, was? Also da wird gar nichts mehr abgezogen, es ist da schon runtergerechnet, dann also nicht. Ja, also ich verdiene da schon so ein paar 1.000 €. Ja, und das ist echt ganz gut, weil ich kann mich dadurch total gut konzentrieren. Ich kann sogar inzwischen ein paar Leute mit einschalten und das ist halt super gut. Mir liegt es total proaktiv zu arbeiten. Es war immer so, ich habe immer viel über die Sachen gemacht, die mich selber so antreiben. Das ist bei dir wahrscheinlich auch so richtig einschätzen jetzt mit dem Podcast.

[00:11:05] Und ja, ich glaube generell ist mein Drive nicht ganz so groß wie deiner. Ich mir fällt es nicht ganz so schwer, meine Work Life Balance im Zaum zu halten. Ich muss glaube ich eher andersherum arbeiten, aber vom Prinzip her ähnlich, ja. Also ich bin eine faule Sau, will ich damit sagen.

[00:11:21] Ja, aber ich finde, dass du das hammer machst. Du hast ja auch dein Podcast und du pusht das halt super regelmäßig auch. Also du hast da ja auch so eine Art von Rhythmus drin und ich glaube, das ist auch der Trick wöchentlich genau du raus und du schneidest ja das vor allem auch selber, oder?

[00:11:35] Ja, wobei man sagen muss, es ist ja eigentlich kein Schnitt dabei, sondern es wird einfach, das läuft ja in 99 % der Fälle einfach so durch, außer du hättest bei dem NDA irgendwas gesagt, was du tatsächlich nicht hättest sagen dürfen.

[00:11:46] Da gucke ich gerne mal kurz in den Vertrag.

[00:11:49] Aber ansonsten muss ich ja nicht viel schneiden. Ich hör das Ganze nochmal durch, dass ich noch mal die Themen bisschen zusammenfassen kann und machen Intro davor ein Auto und die Musik und so, aber dann war’s das. Also es ist überschaubar.

[00:12:01] Das finde ich auch superschlau. Also auch das sind so Gedanken, die ich immer wieder habe, wie kann ich den Prozess schlank halten für mich.

[00:12:08] Also es ist auch wichtig, wenn man so eine One Man Show ist.

[00:12:13] Genau. Ja. Und deswegen finde ich es ganz wichtig, dass man ein gut funktionierendes System schafft, also sich sozusagen überlegt okay… so ein bisschen wie so ein Kühlschrank, der so ein bisschen rauscht. Ich hoffe, das stört nicht auf der Aufnahme.

[00:12:29] Das ist charmant im Hintergrund dann.

[00:12:32] Okay, cool, dass man sich selber ein System schafft, dass man sagt So, ich bin jetzt eine One Man Show und das ist auch erst mal so weiter geplant. Ich habe viele Pläne damit, aber es gibt bestimmte Grenzen, die ich noch überschreiten muss, bis das dann auch funktioniert, dass ich Leute mit rein hole. Aber ich finde es super interessant zu gucken okay, was kann ich mit den Ressourcen, die ich habe, machen und schaffen und wie kann ich das strukturieren, dass es funktioniert? Und das finde ich super interessant. Dann können so Habits zu, dass man so guckt. Okay, was muss ich jeden Tag machen? Es gibt Sachen, die funktioniert bei mir dann überhaupt nicht manchmal. Also meine Steuerberaterin, die rennt manchmal hinter mir her und denkt, das ist bei dem Typ was bei dem Typen los. Warum ist das denn so? Sachen.

[00:13:14] Auch diese unangenehmen Sachen, die sind Namen dranhängen. So versuchen wir die auch mal fix einzusparen. Ich habe so freitags, das ist mein Organisationsteam, da kümmere ich mich immer so um Rechnungen und so Krimskrams und ich bin recht strukturiert, was das angeht. Das heißt funktioniert. Aber wie du sagst, das muss man. Das erfordert schon auch eine gewisse Disziplin, zumindest so lange, bis es zu Automatismus wird. Aber davor ist es natürlich schon und vor allem, wenn man wie du auch. So viele Sachen neu dazu packt, weil ich meine diese Patreon Sache ist. Jetzt kam er jetzt erst zu Corona, glaube ich. Also zwei Jahre.

[00:13:46] Ungefähr. Genau.

[00:13:48] Und… Wo unterrichtest du es momentan?

[00:13:53] Ich habe jetzt einen halben Lehrauftrag angenommen, an der FH Bielefeld. Aber eigentlich habe ich jetzt erst mal alles abgesagt. Das mache ich jetzt, weil das ist ganz interessant für mich. Da ist ein Student, den ich früher unterrichtet habe oder der in einem meiner Kurse war und ich finde es jetzt interessant, mit ihm das zusammen zu machen und das entlastet mich total. Also der macht die Hälfte, Ich mache nur so ein paar Sessions und darauf freue ich mich auch sehr, weil ich habe in Bielefeld gerade meinen Master gemacht und das ist eine Hochschule, die ist super nah. Also da könnte ich mir auch vorstellen, auch mal längerfristig noch aktiv zu werden, weil da kann ich kurz mit dem Zug hinfahren. Ich habe kein Auto und das ist eigentlich ganz cool. Aber eigentlich habe ich alles abgesagt, weil ich gemerkt habe… also das hat so verschiedene Gründe. Also Creative Coding Lehre ist halt sehr, sehr schwierig, weil ich unterrichte vor allem Kommunikations Gestalter innen, die ja grundsätzlich total visuell unterwegs sind, also Menschen, die sehr stark so sich mit Bildern beschäftigen und so, die denken etwas anders. Und was ich zumindest in den letzten Jahren so erfahren habe, ist, dass es da so viele Vorurteile gibt und wahrscheinlich auch Traumata aus der Schulzeit

Der Kunstunterricht!

[00:15:08] Nein, der Programmierunterricht! Viel schlimmer! Man muss halt der sehr viel Überzeugungsarbeit leisten. Und ich bin eigentlich jetzt so aufgestellt. Jetzt sagt mich interessiert ein bisschen mehr die Arbeit für die Leute, die schon Lust haben, um die dann als, also wirklich dann auch zu supporten. Und das ist so die Baustelle, an der ich gerade arbeite. Wie könnte so eine, so eine digitale Hochschule aussehen in so einem super Linien schlanken Format? Also Hochschule ohne Abschlüsse wahrscheinlich. Vielleicht Zertifikate irgendwann mal oder so.

Das ist so ein bisschen immer so der Kompass, den ich in der Hand habe und gucke so okay, ich kenne sehr, sehr viele Hochschulen inzwischen, habe viele Workshops gegeben, habe viele auch international Workshops gegeben und viele verschiedene Lehraufträge gemacht, aber auch studiert an vier verschiedenen Hochschulen. Also ich kenne so ein paar und daran orientiere ich mich aber auch an den Problemen, die damit zusammenhängen.

[00:16:12] Genau, aber alle, alle Sachen, die so mit Programmieren zusammenhängen, sind ja immer noch ein Sonderfall. Was was Abschlüsse und so angeht, würde ich jetzt mal sagen, weil sie einfach nicht notwendig sind. Wenn du tatsächlich einen Job suchst, wirst du ja nicht eingestellt, weil du Informatik studiert hast oder weil du Zertifikat hast, sondern in den meisten Fällen setzen die Leute, die die, die dich wollen, sicher wirklich mit dir zusammen und schauen sich an, was du gemacht hast. Wirklich? Was ja anders ist als in vielen, vielen anderen Berufen wurde tatsächlich vielleicht nach Abschluss eingestellt wirst.

[00:16:48] Ja genau, es gibt halt noch nicht so die Abschlüsse. Es gibt natürlich so Studienrichtungen, die so in Richtung digitalen Medien zielen oder zeigen. Aber grundsätzlich ist es schon so, es gibt weniger Abschlüsse, es ist aber auch gerade so ein totales Chaos. Also das muss man auch sagen, was die, das. Das ist ja ein großes Problem überhaupt, dass wir als Menschen gerade haben, also die ganze Menschheit ist, dass der technologische Fortschritt so schnell geht und die kulturelle Reflexion so weit hinterher hängt, dass wir gar nicht mehr wissen, wo links und rechts ist. Also es kommt halt, das Internet ist immer noch etwas, was aus meiner Sicht völlig. Also ich finde das Internet ja total faszinierend, dass das überhaupt funktioniert. Ich finde, das Internet ist eine der faszinierendsten Dinge, die jemals gemacht wurden, weil da die ursprüngliche Idee von Tim Berners Lee so ein offenes Internet für alle und wissen globar zu teilen und dieser Hyperlink alleine, dass du auch so einen blauen. Also wenn man CSS jetzt nicht so einstellt, dass es anders farbig wird, aber auch so einen blauen Text klickst und dann auf eine andere Seite kommst, das ist für die Kids heute so Ja, es gibt schon immer, das hat Oma auch schon benutzt, aber das ist eine faszinierende Erfindung, finde ich. Also, und das habe ich so auch in einem Master gelernt, also der kulturelle, die kulturelle Reflexion hängt soweit hinterher, dass wir uns heute auch so ganz schön verarschen lassen. Also Unternehmen wie Meta diktieren uns ja am Ende, was das Internet sein soll und die gestalten das Internet für uns und die haben dann auch so ein Monopol darauf. Also das finde ich erschreckend, weil.

[00:18:17] Es ist einerseits erschreckend, aber es ist ja auch zu erwarten. Also wie du sagst, ich glaube schon, dass es so eine so eine Phase gerade ist, wo extrem viel Veränderung sehr schnell kam und wir überhaupt keine Zeit hatten uns anzupassen. Und das hat wahrscheinlich angefangen, eben so Mitte der 90er langsam. Und dann wurde es immer schneller irgendwie. Und eigentlich ist es ja ein Wunder, dass das Internet so lange. So offen und frei geblieben ist, wie das bis heute der Fall ist, würde ich sagen. Und das liegt wahrscheinlich nur daran, dass es sich so schnell entwickelt hat, dass es niemand geschafft hat, der es gerne getan hätte. Das ganze eins Titeln haben nun mal AOL oder so, das ja früher auch funktioniert hat probiert hat zu haben mit das alles durch sie durchgehen sollte. Hat aber nicht wirklich geklappt. Und jetzt kam dann sowas wie Facebook natürlich. Und ich glaube das ist ja auch immer für Leute, die technisch vielleicht nicht ganz so bewandert sind oder sich da auch nicht ganz so einfuchsen wollen, was man auch niemandem vorwerfen kann. Aber ich meine, es ist ein Riesenthema. Ähm. Ist natürlich so was wie wie Facebook oder so, dann auch irgendwie eine Plattform, die, glaube ich, die meisten Leute dann befriedigt, irgendwie von dem her, was sie da rausziehen könnten.

[00:19:31] Absolut, klar. Also Facebook ist aus meiner Sicht immer noch so ein bisschen 90er Jahre.

Speaker 2 [00:19:37] Ich sage es auch nur gesagt wegen Meta. Facebook ist natürlich von hinten dran, aber solche Sachen wie Facebook sind halt. Und weil Facebook glaube ich auch immer noch in so Entwicklungsländern zum Beispiel immer noch so ein Riesending ist. Also da so in Myanmar oder so sind die wirklich die Leute, da ist Facebook halt einfach das Internet.

[00:19:52] Absolut. Also ich finde, Facebook ist grundsätzlich so von der technischen Seite super. Ich habe so viel schon mit Gruppen gearbeitet, auch so viele Netzwerke dadurch entwickeln können. Supercool. Es ist wirklich so empowernde Tools, die ja ständig auch jetzt entstehen, wo man gucken kann. Man baut sich so ein bisschen so sein eigenes digitales Team aus Robotern zusammen. Man das Gefühl gleichzeitig ist das Problem. Was ich schwierig finde, sind vor allem die die Smartphone Apps, so die Instagram, weil die haben halt so eine Bequemlichkeit und auch so ein Suchtfaktor, der so ganz, ganz viele Trigger im Kopf, also ganz viele Knöpfe im Kopf drückt, sodass man da so immer irgendwie, wenn man sich entscheidet, dann irgendwie doch immer auf diese App kommt. Das beobachte ich bei mir selber ich bin ja ich bin total süchtig nach Instagram irgendwie. Also ich reflektiere das sehr stark und schreibe auch darüber und finde das auch super interessant. Ich gucke mir selber zu beim süchtig sein und.

[00:20:52] Es hilft nur begrenzt. Das Reflektieren hilft nur begrenzt. Stelle dir auch mal wieder fest.

[00:20:57] Aber wenn ich daran denke, dass junge Menschen heute wie sie das nutzen und diese Reels, also die Reels, sind für mich das neue Rauchen. Ich bin dann auch immer so da drin, denkst du, ach guck mal, ein Teddybär und süß und dann kommt, dann kommt eine Tänzerin, dann kommt irgendwie ein Typ, der spielt unglaublich gut Gitarre, dann kommt der.

[00:21:16] Irgendwann ein anderer und denkt sich nur noch 15, nur noch 15.

[00:21:22] Dann denke ich immer “4 real?”, es ist wirklich ein bisschen bisschen schwierig, manchmal auch da rauszukommen.

[00:21:31] Da ist die, das ist ja die Kritik, die von vielen schon ausgesprochen wurde, natürlich, dass in dieser Generation oder jetzt heute halt einfach die begabtesten Programmierer und Psychologen halt alle von diesen Firmen letzten Endes geholt werden, damit sie ihr Suchtverhalten weiter exploiten können. Und ich meine, das klingt jetzt wie eine böse Verschwörung, aber es ist halt einfach so das Geschäftsmodell, dass möglichst viele Augen da drauf haben, da ist auch nichts Böses dran per se. Aber das heißt natürlich, sie stellen sich da für die, weil die haben die meiste Kohle, ja, die stellen sich die besten Leute ein und das sind die besten Programmierer und wirklich unglaubliche Psychologen und Philosophen und alles mögliche da sitzen, weil bei diesen Firmen, die letzten Endes aber dann nur sich dafür verkaufen, dass sie dafür sorgen, dass du länger an diesem Handy bleibst, was ja schon einfach irgendwie auch traurig ist.

[00:22:17] Absolut. Und noch sind die Smartphones, das sind ja noch Knochen. Also wart mal ab, in 30, 40 Jahren, was da los sein wird. Also Tristan Harris hat mal was Schönes gesagt, der sagte Unsere Smartphones sind die Schnittstelle zwischen unserem Gehirn, also auch ein programmierbaren Computer. Es ist einfach so Unsere Gehirne sind programmierbar und manipulierbar, also durch Input und dem größten Supercomputer der Welt, der nichts anderes macht, als auszurechnen, was er uns als nächstes zeigt. Und das finde ich unglaublich, weil da sind ja große ehemals Server Zentren, die solche Dinge eben berechnen und das ist schon echt ganz schön verrückt. Das ist echt quasi. Ich finde halt und da könnte man jetzt auch so einen schönen Turnaround machen, Creative Coding und das ist das, was mich daran so begeistert. Im Grunde eine Art von Sensibilisierung für Technologie. Was ist das eigentlich? Was das für Material, aus denen was besteht? Das sind ganz viele Aha-Momente drin, dass man sagt Ah, guck mal, das funktioniert so, das ist ja im Grunde das Grundmaterial, ist immer der Code und der, den kann man ganz komplex irgendwie übereinander schichten, aber am Ende ist es immer, besteht es aus den gleichen Teilen und so und so ein Claim, den ich demnächst auch mehr bringen will, wenn ich ihn ordentlich erklärt habe, ist “Demystify Technology” also ich finde die Demystifizierung und diese Sichtbarmachung auch der Probleme und der darunterliegenden. Interessant. Und das ist so das, was ich mit Philosophie gemeint habe, dass man eben durch Creative Coding und Gestaltung oder auch vielleicht künstlerische Arbeit einen viel kritischeren Blick auf Technologie an sich bekommt und auch mit Creative Coding, also mit Programmierung Kunstwerke erschafft. Oder Objekte, Produkte, was auch immer, die das sichtbar machen und die Probleme anders angehen, also Alternativen dazu bildet. Das ist natürlich ein riesen Geschwafel jetzt hier. So, das kann ich alleine jetzt nicht alles selber machen. Aber das ist so ein bisschen so, dass das ist so, dass das Öl, mit dem mein Motor läuft.

[00:24:17] Und ich meine, was du vorhin gesagt, das auch mit dem Namen, dass du die die Idee, die Hochschulen bisschen abgesägt hast und jetzt nicht mehr auf dein eigenes Ding da konzentrierst. Es macht ja vollkommen Sinn, das war ja auch eine. Also das ist vielleicht ein bisschen, ein bisschen weit bei bei Yoga, Schulen oder Fitnessstudios war das ja auch der große Aha, Moment, dass die irgendwann festgestellt haben, zuerst die Panik, oh Gott, wir können keine Kurse mehr anbieten. Und dann, als sie alle auf Online Kurse umgestiegen sind, haben sie gemerkt, sie erreichen viel mehr Leute damit. Klar können damit auch mehr Geld verdienen. In deren Fall war das dann auf einmal die Rettung. Aber du kannst natürlich dann auch dein Wissen deutlich effektiver eigentlich an viel mehr Leute weitergeben, wenn du das auf so einer Onlineplattform, also in dem Fall auf deiner machst, als wenn du dich vor 60 Leute in die Klasse stellst.

[00:25:03] Genau. Und da ist dann vielleicht einer dabei, der Feuer fängt und dann zwei. Das ist wirklich so das, was ich beobachtet habe. Ich hatte in jedem Kurs tolle Studierende, es waren immer großartige Leute dabei. Aber ich habe auch ganz viele gehabt. Die muss man dann so ziehen und erst mal überzeugen. Und “ach, mach doch mal die Hausaufgabe ist doch gar nicht so schwierig”. Aber ich kann das nicht. Und das fand ich immer extrem frustrierend, weil ich eigentlich schon viel weiter auch wollte. Ich wollte eigentlich die ganze Gruppe schon ins Level drei ziehen, aber die waren noch auf Level eins und dann hatte ich das Gefühl So, das liegt aber auch an so einem Verständnis, was Gestaltung sein soll. Also ich denke, dass in Deutschland, gerade in Deutschland, die Hochschulen immer noch das große Problem haben, dass die, die diese Technologie oder die Auseinandersetzung mit Technologie da gibt es noch keine Art von Grundvokabular. Also es gibt Hochschulen, die machen das dann mit Processing, p5.js, Python und da gibt es Typo Sachen und die Studierenden machen sich mal ganz schnell ein Bild und sagen Ah, programmieren ist gleich wearable fonts in Bewegung versetzen oder ist gleich mit Wellen Figuren irgendwas machen. So da sind sehr viele. Ja gibt es auch ganz schnell so eine Kategorisierung, die dann gemacht wird. Was ich sagen wollte Die Hochschulen haben immer noch das Problem, dass das nicht so in das Fundament integriert bekommen, glaube ich.

[00:26:23] Ich, wenn ich da mal kritisch kritisch fragen darf.

Speaker 1 [00:26:25] Immer, immer. Sehr gerne.

Speaker 2 [00:26:28] Und ich. Also kurz vorweg Ich habe die letzten 20 Jahre hauptsächlich Websites gemacht, also Design und dann sehr banales Web Development mit WordPress und ein bisschen ein bisschen PHP rumpfuschen. Und so habe ich mal.

[00:26:40] Habe ich mal gehört, das heißt Podcast gehört, was bin ich jetzt?

[00:26:46] Das heißt, ich habe ein bisschen Background, bin vielleicht tatsächlich ein bisschen weiß, dass ich das nachvollziehen kann. Alles. Aber trotzdem würde ich sagen Meinst du nicht, dass so was wie Creative Coding immer noch eigentlich eine Nische ist? Und also von von Gestaltung? Und dass du da natürlich für dich ist es so ein großes Ding und so ein Thema, von dem du auch das unglaubliche Potenzial siehst. Aber in der Realität, in der Verwendung würde ich jetzt sagen, die meisten Sachen ist es ja wirklich noch ein Nischen-Tool einfach oder?

[00:27:17] Absolut. Ja, ja, das ist so völlig richtig. Aber ich finde, da ist so ein bisschen die Frage, wie man da draufschaut. Also wenn du jetzt, du hast gerade das Wort Tool benutzt und wenn man Creative Coding als Tool betrachtet, also sagt, so, das ist jetzt ein Werkzeug, mit dem man fertige Gestaltungs Projekte macht, dann ist das natürlich ein also kann man machen, aber ist anders viel effektiver. Also Animation machst du viel einfacher mit After Effects oder so zum Beispiel. Aber für mich ist das ein Denkwerkzeug. Das ist ein Werkzeug, was dir bestimmte Denkmuster beibringt. Also Computational Thinking, Mustererkennung, algorithmisch, das Denken. Probleme lösen solche Dinge und die sind in allen anderen Bereichen auch super wichtig und werden immer wichtiger. Also du kriegst auch darüber hinaus eine Awareness für Digitales an sich.

Speaker 2 [00:28:13] Aber ich glaube es ist nicht nur. Es ist auch für Logik einfach generell. Also Logik nicht mehr so im Sinne von Computer Logik, sondern auch Logik. Einfach für wie funktionieren Abläufe ist das glaube ich auch sehr gut. Aber das ist ja eine Sache, die viele Leute, ich glaube, da muss man schon fast ein Hang für haben, von der Persönlichkeit her, dass man da überhaupt Interesse dran hat. Ich denke, die meisten Leute haben sehr wenig Interesse, weil Logik bedeutet ja häufig auch. Oder so eine Art von Denken bedeutet ja häufig auch, dass man um komfortable Wahrheiten über sich selber feststellen muss, über sein eigenes Handeln und sein eigenes Verhalten.

Speaker 1 [00:28:48] Das ist interessant.

[00:28:50] Und deswegen würde ich sagen, das ist tatsächlich ein bisschen auch eine Typfrage. Und ich glaube, die meisten Leute möchten eigentlich lieber impulsiver handeln und vielleicht auch gestalten. Gerade in Gestaltung ist ja auch viel so, dass viele Menschen das eher so etwas schöngeistig sehen. Und das soll ja gar nicht so logisch sein, sondern es muss ja die durch die Schönheit dieser Schrift Gestaltung, die musst du ja fühlen am Ende verstehen das.

Speaker 1 [00:29:16] Also ich finde, was du sagst, ist völlig richtig. Und ich bin auch inzwischen. Ich habe, ich muss sagen, früher war ich. Ich war früher ein bisschen in so einem confirmation bias gefangen. Ich hatte damals dann Presseartikel und tolle Vorträge auf großen Bühnen. Und die Leute habe ich dann eingeladen, weil ich dann so vehement für die Programmierung da eine, so eine Wutrede gehalten habe. Also ich habe das schon ganz schön gepusht, aber auch genau, weil ich gemerkt habe, Moment mal, es gibt ein paar Dinge, die du noch nicht bedacht hast, habe ich halt noch mal das Studium auch gemacht. Also das hat auch andere Gründe. Aber ich wollte halt wieder ein Projekt haben, wo ich Input bekomme und ich überlege auch eine Professur zu machen Irgendwann. Aber trotzdem immer im Studium. War eigentlich super. Ganz lustig. Also der Outcome war am Ende, dass ich mich auch oft geirrt habe. Also dass ich gemerkt habe, ja, zum Beispiel habe ich mal gesagt, so, das habe ich eben auch schon mal so angedeutet, die Hochschulen müssten das Fundament des Curriculums integrieren. Wenn ich schon die Hochschulen sage, dann heißt das ja, dass das alle machen müssten, was überhaupt nicht richtig ist. Weil an Hochschulen kannst du eigentlich keine Technologie mehr so richtig lehren, weil dafür das Bologna Format gar nicht mehr richtig passend ist. Programmieren zum Beispiel ist ein Wenn man es als Werkzeug betrachtet, ist es halt ein Tool, was du auch super über eigene Arbeit zu Hause bei YouTube Tutorials lernen kannst. Und an Hochschulen sollte man vor allem Projekte machen und lernen, wie man als oder wie man Projekte realisiert. Und das ist eine Denkschule auch.

Und die Page hat mich mal so interviewt und dann haben die so eine Headline erfunden oder aus dem Kontext gerissen. Ich weiß es nicht mehr ganz genau. Und da stand da “nur Programmierende Gestalter und sind den Herausforderungen der Zukunft gewachsen” und das hat wohl laut Lena von der Page das dann so ein mega Aufschrei gegeben in den sozialen Medien. Das war natürlich super provokant. Ich habe das so so gar nicht so klar gar nicht gesagt, aber ich bin inzwischen wirklich deutlich davon abgerückt. Ich finde trotzdem, ich spinne echt. Ich erlaube mir einfach zu träumen. Ich kann das mit meiner Community oder mit meinem Format jetzt. Wir leben diese Fragestellung. Ob das Sinn macht und das ist das, was mich interessiert. Ist es vielleicht ein bisschen spekulativ auch, dass man sagt So, wenn es so wäre, was passiert dann? Und das funktioniert für mich super gut und ich bin dadurch in ganz spannende neue Territorien gekommen und deswegen finde ich das völlig okay, das auch so zu vertreten.

[00:31:45] Aber jetzt um den Anschluss zu dem wunderbaren Übergang von vor 20 Minuten, den ich da hätte machen können, zu finden, dass von dem Vater gesprochen und du bist ja in das Kreative quasi reingeboren worden. Also dein Vater hat hatte hat eine recht erfolgreiche Agentur gehabt, wenn ich das richtig hatte, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Und erzähl doch mal einfach, wie lief das? Was hast du da schon mitbekommen als Kind? Weil du bist ja dann da auch mit eingestiegen, glaube ich irgendwann, oder?

[00:32:16] Ja, genau. Also das ist eine super interessante Frage, weil das ist auch eine Geschichte, die mich natürlich total geprägt hat. Mein Vater hatte eine, eine, der im Grunde als ich geboren wurde, also 1985 hatte er angefangen, nachdem er sein Studium in Bielefeld, wo ich jetzt noch meinen Abschluss gemacht habe, witzigerweise das sein Studium abgebrochen hatte, sich selbstständig zu machen und hat dann im kleinen Büro, da gab es noch gar keinen Computer, also erst mit drei Leuten und dann hat er irgendwann alleine weitergemacht, hat das dann einfach immer weiter ausgebaut. Anfang der 90er war es dann auf einmal schon eine Firma mit vielen Angestellten und.

[00:32:54] Es war, das waren Werbeagenturen. Und für Grafikdesign gab es damals nicht, es gab ja Werbung oder.

[00:33:01] Es gab schon Grafikdesign, da gab es eben viel mit Layout. Mein Vater ist ein genialer Maler und Illustrator, das ist so seine Wurzeln. Also Leben kann extrem krass malen und auch Ideen auf den Punkt bringen. Das ist immer so bei ihm und so ein heftiger Skill. Also wenn du sagst mach mal was zum Thema, keine Ahnung, ist das ein abstraktes Keyword und dann mach dir da dazu eine kleine illustrative Welt. Das unglaublich. Und diese Agentur ist dann super schnell sehr erfolgreich geworden. Auch das war dann. Irgendwann haben die so ihren Fokus im Nahverkehrs Marketing gefunden. Es war eine Nische, wo es dann nur irgendwie einen großen Konkurrenten gab, oder? Die so in dieser Größenordnung unterwegs waren. Und das wurde dann richtig erfolgreich. Das waren 31 Leute und mit zwei mit drei Büros, eins in Paderborn, eins in Magdeburg, eins in Berlin und ja, und dann irgendwann war das dann so, dass sie sozusagen auf den Sehr Nahverkehr Landschaft ganz, ganz viele Kunden hatten. Da war ich so 2000 war da vor allem so ein richtig großer Hype. Das war einfach, ich war 15 und dann kam die Deutsche Bahn und hat gesagt Okay, wir wollen euch gerne haben, aber dann müsst ihr auch allen anderen sagen So, adios, wir machen jetzt Waren so. Und dann kam der 11. September. Also da war wirklich der absolute Höhepunkt. Mein Vater hatte gerade in Groß meine Eltern, meine Mutter war auch Geschäftsführerin in dem Betrieb. Die hatten gerade ein großes Gebäude gekauft. Also wirklich so wie sie gesagt haben, wir wollen ja immer weiter wachsen und da haben wir dann auch Raum, wo wir reinwachsen können. Also das war so eine Villa in so einem Park, also wunderschönes Gebäude, ein bisschen runter gerockt, dann haben wir da noch wir und meine Eltern noch super viel Geld reingesteckt. Das war richtig repräsentativ und also Hammer! Ja, und dann kam die Bahn und sagte Ihr könnt für uns arbeiten, aber ihr müsst alle anderen absägen. Und dann haben die. Aber dann kam dann nichts. Das war das auf einmal. So, dann ging dieser Hahn zu tröpfchenweise, einer nach dem anderen gehen. So und dann ist das so über Jahre komplett abgeschmiert.

[00:35:10] Es heißt dann Deine Eltern haben haben dann langsam alle anderen weg gekickt oder einen Vertrag unterschrieben gehabt zu haben mit der Bahn.

[00:35:18] Es gab einen Vertrag, aber der wurde irgendwie nicht eingehalten von denen. So richtig. Es war kompliziert. Ich habe diesen Vertrag gar nicht gelesen. Ich weiß es nicht.

[00:35:27] Aber jemand wie jemand saß am längeren Hebel. Offensichtlich.

[00:35:29] Ja, genau. Und das war echt sehr prägend. Genau. Also, ich habe einfach. Super. Ich habe da so einen Einblick bekommen, wie volatil auch dieses Geschäft ist. Also vom Hype, also vom absoluten Erfolg und von der Welle. So eine, wo alles abgeht zu so einer Krise, die alles, also so ein Erdbeben, was wirklich so alles platt gemacht hat.

[00:35:55] Aber warum? Warum meinst du das? Hatte was mit dem elften September zu tun, mit dem mit den Terroranschlägen da?

Speaker 1 [00:36:00] Und weil ich mich daran erinnern kann, das ist also ganz sicher, bin ich mir gar nicht. Aber der 11. September war irgendwie so ein bisschen so ein Tipping Point, also so ein Moment, wo auch so ein Umdenken oder auch so eine Angst dann durch die Wirtschaft ging. Und da angeschlossen war dann in diesem Bereich zumindest eine recht starke Wirtschaftskrise auch. Also es wurde Geld gespart an der Werbung und es gibt da so eine Art von politischen Wechsel innerhalb des Unternehmens, da war ich mir gar nicht hundertProzentig, aber irgendwie so war das und.

[00:36:26] Ich habe, ich habe jetzt 2001 auch nicht. Also ich meine das ich habe damals, dass da habe ich tatsächlich gerade in der Werbeagentur gearbeitet, das war das eine Jahr meines Lebens, wo ich einen richtigen Bürojob hatte, mit mit festem Gehalt und so. Ja, und ich erinnere mich noch an den Tag, wie das alles passiert ist und dann jemand schreibt eine Email und man schaut darauf und dann der Livestream auf CNN und dann geht es alle nach Hause und alles wird zu einem. Aber ich erinnere mich irgendwie nicht mehr, dass danach so eine riesen Wirtschaftskrise dann irgendwie kam. Dann 2008 war ja dann genau Housing Bubble natürlich riesengroß und so, aber damals als ich, na ja, ist ja auch egal, nur so am Rande irgendwas.

[00:37:06] Ja, darüber denke ich auch immer wieder nach. In diesem Moment war das wirklich so, aber es war auf jeden Fall so, dass die, dass diese diese Kooperation dann halt nicht mehr funktioniert. Der Punkt aber jetzt, den ich machen will, ist noch ein bisschen ein anderer. Also was ich vor allem interessant war, fand jetzt mal ganz jenseits von der intensiven Erfahrung, die damit zusammenhängt, ist, wie sich die Technologie in dieser Zeit entwickelt hat. Das war natürlich unglaublich.

[00:37:28] Ja, ja, das war die Explosion.

[00:37:30] Absolut. Mein Vater war immer up Front. Der hatte immer irgendwie die neuesten Sachen am Start und dann es los mit den Apple Rechnern. Und da wurde dann auf einmal so ganze Bereiche irgendwie auch automatisiert. Also Lithographie. Und ich habe meinem Vater sehr, sehr viel darüber gesprochen. Das hat mich immer sehr interessiert. Auch meine Bachelorarbeit habe ich darüber geschrieben, über diesen technologischen Wandel in der Zeit, in der ich auf der Welt bin, also zwischen 85 und damals, 2012. Und was mein Vater immer gesagt hat, ist, dass das Gefühl ja immer so war und das ist heute wahrscheinlich immer noch so, dass man denkt, jetzt kommt was Neues, jetzt kann ich schneller sein als die anderen. So ein bisschen so das Gefühl, du hast immer neue Apps, neue Möglichkeiten, neue Hardware, Software und das Gefühl ist da Wow, das geht jetzt viel einfacher. Aber das Problem ist ja, dass alle anderen das irgendwann auch machen. Also das heißt, es wird insgesamt schneller. Das heißt, du hast damit keinen Vorteil am Ende, sondern es ist nur im Grunde ein, ein es ist ein hollistisches Phänomen.

[00:38:29] Du hilfst mir dabei, den Druck aufzubauen. Letzten Endes dann.

[00:38:32] Ja, gut, das wäre schon eine Wertung. Vielleicht ein bisschen, aber es ist halt einfach so, es ist ein bisschen so ein Irrtum. So werben ja diese Unternehmen gar als ganze irgendwie. Keine Ahnung, dass sie das machen und dann so schnell und so smart. Aber letztendlich sind dann alle so smart und dann musst du wieder das nächste kaufen. Und das fand ich sehr interessant. Also Computer, dann kann ja das Internet und so, also eine völlig verrückte Zeit. Dann hatten die da auch eine Video Abteilung, also sehr sehr intensiv und spannend zu beobachten.

[00:39:04] Aber wie war denn, wie war denn dein Werdegang dann quasi 2000 warst Du dann 15? Das heißt war es noch in der Schule nehme ich an und hast dann dich für ein Studium entschieden, nehme ich an?

[00:39:21] Ich habe damals, als ich 15 war, ich habe ein Zivi gemacht.

[00:39:25] So was musstest du dir noch machen? Du hast dir wahrscheinlich einer der letzten Jahre dann, oder?

[00:39:30] Ja, ja, ja, genau. Ich habe in einer Tagesstätte für Obdachlose gearbeitet.

[00:39:34] Oh, okay.

[00:39:36] Das war Hardcore.

[00:39:37] Das glaube ich.

[00:39:39] Aber es war auch super schön. Also, ich habe auch da in meinem Zivi entschieden, dass ich mit Menschen arbeiten will und nicht in der Werbung. Das war für mich auch immer klar eigentlich, dass ich nicht irgendwie eine Agentur will. Inzwischen finde ich es schon wieder ein bisschen interessanter, so rein zu gucken. Aber genau, ich finde es super spannend, mit Menschen zu arbeiten.

[00:39:57] So, und da hattest du, hattest du während dem Zivi dann schon den Gedanken, dass du danach irgendwas kreatives machen studieren willst? Oder wolltest du die Agentur von deinem Vater rein oder was war der Gedanke da gerade?

[00:40:09] Genau. Also ich habe im Grunde den Zivi gemacht und wollte dann gerne in sozialen Bereichen wieder nach Köln gezogen. Hab dann als Krankenpfleger in einem Krankenhaus eine Ausbildung angefangen. Genau. Also für mich war eigentlich zu dem Moment schon klar, Agentur so wie bei Papa geht gar nicht. Ich war natürlich traumatisiert. Natürlich. Ja, ja.

[00:40:27] Das also jetzt gerade pleite oder ist gerade pleite gegangen. Fast.

[00:40:30] Fast. Also, es ist nicht so weit gekommen, aber es war schon sehr knapp. Alles so und ja, das war natürlich extrem traumatisch und ich habe halt meinen Weg gesucht und fand es spannend mit Menschen zu arbeiten. Und dann habe ich halt diese Krankenpflege Ausbildung angefangen, habe dann aber eigentlich meine ganze Freizeit genutzt um kreativ zu arbeiten. Ich habe immer Musik gemacht und da habe ich dann in Köln vernetzt und war dann total ausgepowert, weil neben dem Job noch 1000 andere Sachen gemacht. Ich habe dann wieder aufgegeben oder aufgehört, weil ich gemerkt okay, das fehlt mir doch ganz schön auch kreativ zu arbeiten. Habe dann eine Mediengestalter Ausbildung bei meinem Vater angefangen und gemacht in der Firma, habe dann die Pro und Contra aus der Rolle des Sohns des Chefs kennengelernt, wo ich gemerkt also es ist irgendwie nicht so richtig. Nein, es war. Ja, ich war froh, als es vorbei war, so ein bisschen. Also ich habe dann Kommunikationsdesign studiert und da hatte mein Vater auch schon eine Möbel Design Firma gegründet und da bin ich dann nach meinem Kommunikationsdesign Studium eingestiegen.

[00:41:29] In eine Möbel Design Firma.

[00:41:31] Genau, Büromöbel macht er okay. War das ja auch. Dann hat mein Vater auch einen riesen Riesensprung da gemacht. So und der war. Natürlich auch total eine riesen Delle gekriegt. Auch so. Mit der Werbung. Das hat ihn natürlich total angegriffen. Also das hat ihn so genervt und der hat dann immer auch gesucht und jahrelang auch Projekte ausprobiert und ist ein super krasser Unternehmer. Also mein Vater ist kreativ auf allen Kanälen und hat halt geguckt, was kann ich sonst noch machen außer Dienstleistung. Und da hat er einfach angefangen, Möbel zu entwickeln. Es ist auch eine lange Geschichte, wie das gekommen ist.

[00:42:06] Aber aber ich sehe schon, ich sehe schon, dass es liegt ein bisschen in der Familie, dass das Du, dass du offensichtlich kein Problem damit hast, offensichtlich kein Problem damit hast, ein bisschen rum zu springen. Irgendwie. Ich meine, das mit dem mit dem Krankenpfleger, das war ja auch was, was völlig anderes dann. Und ich meine, das Finanzielle war da wahrscheinlich jetzt nicht unbedingt der ausschlaggebende Punkt, weil ich meine, damit in der Werbung hättest du Pleite gehen können, als Pfleger verdienst du von vornherein kein Geld. Also es ist ja nicht der Faktor, dann nehme ich an.

[00:42:39] Überhaupt nicht. Nur der Faktor war auch, Erfahrungen sammeln zu wollen und ich mache das immer noch genau so, also ich stürze mich gerne auch in schwierige Situationen, um einfach zu lernen. Also das ist ja in Amerika total da ist das Scheitern, finde ich, ist ein total wichtiges Werkzeug und auch vielleicht auch bewusst zu scheitern und zu merken so, ja, das probiere ich jetzt aus und ich will wissen, woran es liegt, dass es nicht funktioniert. Das finde ich total schade, dass das oft auch in Deutschland so unterschätzt wird oder auch gar nicht so in Erwägung gezogen wird.

[00:43:08] Weil wir sind halt, wir sind ein. Wir sind ein sehr solides Volk, verstehste? Wir machen Dinge, die haben Hand und Fuß und nichts anderes.

[00:43:17] Ja, ich weiß nicht, ob das wirklich so ist, weil im Moment kriegt man.

[00:43:22] Aber ich natürlich nicht. Aber ich glaube, das ist mehr so, Kulturen sind ja was. Über Amerika zu sprechen ist immer schwierig, weil es so viele Kulturen in sich sind. Aber so in Europa kann man das ja ein bisschen besser mit diesen Ländern machen. Ich würde sagen, Deutschland ist tatsächlich sehr über einen Kamm geschoren. Sicherheits verliebt. Ich glaube, die Deutschen haben immer noch gern den Bausparvertrag und da hätten sie am liebsten, wenn er noch was bringen würde. Gramm Und da widerspricht das natürlich diesem, diesem Geist des Ausprobierens und dann auch mal Scheiterns. Und das bringt dann natürlich eine Kultur gebärt quasi eine Kultur, in der in der Scheitern tatsächlich Scheitern ist. Du hast was falsch gemacht, du bist ein schlechter Mensch. Warum hat es nicht funktioniert? Ich bin auch. Ich finde zum Beispiel eins meiner größten Talente ist, Sachen bleiben zu lassen und nicht gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen und irgendwann zu sagen okay, das war eine scheiß Idee von mir, ich mache etwas Neues und. Aber dafür muss man sich, glaube ich, ein bisschen freimachen, weil es heißt ja auch, dass du bis zu einem gewissen Grad drauf scheißt, was andere sagen oder denken.

[00:44:32] Ja, schon ne, klar. Also vielleicht mal ganz kurz zum Thema Scheitern auch in Deutschland. Ich denke, wir haben die Digitalisierung verpennt. Also da fehlte uns einfach im richtigen Moment der Mut zu sagen, wir steigen da voll ein und jetzt haben wir das Problem und sind total abhängig, sind online von Gas, sondern auch von Kommunikationsunternehmen, die in Amerika sitzen. Und so weiter und also das finde ich wirklich erschreckend, dass wir da so stur einfach gesagt haben, ja, wir machen da nicht so mit, wie wir könnten.

[00:45:02] Und jetzt geht es einem anderen Land besser, also Japan oder Korea oder ich weiß nicht, welches Land als Vorreiter sein könnte in diese Unabhängigkeit, weil ich meine, Amerika und China sind ja irgendwie so Enklaven, oder die das sehr dominieren.

[00:45:14] Wahrscheinlich ist das so, ja, ich weiß es gar nicht so genau, aber es gibt wohl ein paar Länder. Ich glaube, Lettland ist sogar wohl da. Gab es mal so ein Video auf Video. Politik habe ich mal gesehen. Ich habe es gar nicht geschaut, aber mein Kumpel Lutz hat mir das erzählt. Das ist ein super super krass digital sein soll. Und das heißt auch, dass sie auch die komplette Bürokratie, also das Beamtentum, abgeschafft haben durch Apps. Und so sind natürlich auch andere Probleme, die dadurch entstehen. Aber ich finde trotzdem, wir sind da immer noch sehr vorsichtig. So also immer noch so sehr so was auch gute Gründe hat. Man muss natürlich aufpassen, Digitales ist auch sehr empfindlich und sehr angreifbar. Also gerade jetzt, in so einem Krieg wie mit der Ukraine, ist natürlich das Risiko auch immer groß, wenn du zum Beispiel das Bargeld abschaffst. Wie zahlen die Leute, wenn die Geldautomaten nicht mehr funktionieren? Wenn die bzw wenn die Zahlungssysteme nicht mehr so funktionieren? Also gut, da gibt es ganz andere Probleme.

[00:46:09] Dann aber na ja, das stimmt schon. Das ist was, was? Was? Die Leute glaube ich auch. Aber früher war immer das Geschrei groß, da hat niemand, niemand irgendwas anderem als Bargeld vertraut und jeder wollte das Geld der Matratze haben. Aber dann kam glaube ich schon mittlerweile so ein Wandel, wo die Leute alle denken, digital ist das Beste. Aber dass das sehr angreifbar ist, das essen die Leute heute, glaube ich, weil sich natürlich auch schon einfach, sagen wir, ein Jahrzehnt sehr solide bewährt hat für uns hier. Und ich mein, zehn Jahre ist ja für immer im Kopf, deswegen wird es dir immer gut gehen.

[00:46:44] Absolut. Ja, das stimmt. Wir sind wir eigentlich darauf gekommen?

[00:46:50] Das ist eine gute Frage. Digitales Scheitern, deine, deine, deine, deine Sprünge vom vom Pfleger zum Arzt zur Agentur bist du dann sehr froh. War es, dass du bei deinem Vater wieder rausgekommen ist? Am Ende, ja. Was war dann der nächste Schritt?

[00:47:07] Ich bin 2013 wieder zurückgegangen nach Paderborn, um bei meinem Vater in die Firma einzusteigen. Das war aber auch noch ein totales Startup. Also es ist irgendwie auch nie so groß geworden. Also es ist eher eine Manufaktur als ein großes Unternehmen jetzt und habe dann mich erst mal total. Ja, also es war natürlich interessant, so wir waren und wir unterwegs waren auch auf Messen, haben dann auch eigene Stände entwickelt und haben die Produkte so bewiesen. Das war vor allem Büromöbel für Konferenzräume mit so Medien drin und so, die sahen auch super cool aus, wenn man auch einen Roman Brand Award gewonnen, was super interessant war. Also es hat schon echt auch Bock gemacht. Werden auch nur sehr gute Zeit. Aber trotzdem war es für mich immer noch so dieser Moment. So wo ich gemerkt habe Pressure Truck. Ich muss mit meinem Papa jetzt irgendwie hier, jetzt in dieser Firma sein. Und das hat sich irgendwann zu so einem totalen Konflikt in mir auch dann ausgeprägt und das ist dann auch was, wo man drauf hören muss. So, und dann hat sich für mich klar ist klar geworden, so, ich habe mich dann angefangen für in die Musik zu stürzen. Also ich bin auch Musiker. Ich habe immer elektronische Musik gemacht und habe in der Zeit halt völlig jede freie Minute genutzt, um das auszugleichen. Mein Wunsch, mich zu verwirklichen mit dem, wo ich mich auch ein bisschen verpflichtet gefühlt habe, vielleicht. Und hat dann irgendwann 2014 Patrick Hübner kennengelernt. Einen guten, sehr guten Freund von mir, der, der auch in der Agentur gearbeitet hat, damals sehr erfolgreich die man zu sein gemacht bzw was die. Inzwischen Riesen Laden, wo Patrik das Design im Grunde geleitet hat mit ein paar Leuten. Und er war auch frustriert und gesagt Irgendwie muss was passieren, hab ich gesagt, pass mal auf, letztens habe ich mit der Musik was zusammen machen. Ich hatte im Studium dann Processing kennengelernt. Das ist diese Programmiersprache, die ich heute mal benutze und habe gesagt Guck dir das mal an, damit kann man Visuals machen für elektronische Musik. Und das könnte super interessant sein, weil generative Gestaltung halt zum Beispiel auch auf Musik direkt reagieren kann. Also man kann damit so Systeme bauen und der hat das dann innerhalb von wenigen Wochen gelernt und dann extrem gut der Programmierer ist. Und dann haben wir unsere Band in Quick Collective gegründet. Vorher hieß ich ihn alleine und dann hieß mal Collective und haben dann so geile Gigs gespielt. So, also wenn man irgendwie auf dem Gebiet ein bisschen was gemacht, eine kleine Bühne war, das hat dann immer noch Stefan Schneider dabei. Einen super Drummer haben dann echt super schnell tolle Konzerte bekommen, wo es immer auch mit der Projektion so ein Unique Selling Point war. Wir hatten irgendwie diese Visuals, die auf die Musik reagierten. Es war so was Besonderes und das hat super funktioniert. Ich habe so live Elektro gemacht, immer improvisiert, fast immer. Also sehr viel Zeit, irgendwie mit Hardware herumgespielt und so sehr, sehr viele verschiedene Sachen kann man gar nicht so kategorisieren. Auch bis ich jemanden gemerkt habe so Boah ey, das was Patrick da jetzt sich da aufgeschlossen hat, diese Welt, das ist so interessant. Ich muss auch da reingehen, irgendwie das.

[00:50:09] Aber du hast ihm ja diese Sprache nahegebracht. Erst mal.

[00:50:13] Ich kannte die aus dem Studio, man hat dieses Buch Generative Gestaltung und. Aber ich habe selber nichts gemacht, damit ich.

[00:50:19] Was hattest du da? Also, wann hat es mit dem, mit dem Kaufen bei dir überhaupt angefangen? War das da schon oder hast du erst danach dann wirklich programmieren?

[00:50:28] Ja, ich habe früher schon mal HTML CSS gemacht, aber ein wenig ein bisschen auch so.

[00:50:32] Also ich war selber als Web Developer. Darf ich, darf ich glaube ich sagen, HTML und CSS ist kein Programmieren? Richtig?

[00:50:38] Genau. Ja, es gab damals Indexe mit ich weiß, das kennst ja, ich hatte auch einen. Ich hatte auch mal eine WordPress Seite beim Temple dann auch aufgesetzt, aber das ist ja was anderes. So, also das ist ja kein Code im Sinne.

[00:50:49] Von der Cloud, der klaut man sich. PHP ist eine Kunst um. Also ich meine, das ist auch ich würde über mich selber niemals Programmierer bin. Ich konnte gerade so die Sachen so verstehen, dass ich sie mir zusammenklauben konnte und leicht modifizieren konnte.

[00:51:03] Super interessant, voll cool. Und du hast auch eine Agentur gearbeitet oder hast du als Freelancer gearbeitet?

[00:51:09] Ich habe ich habe 2001 2000 irgendwie so was. Um den Dreh habe ich mal zuerst bei Freunden gearbeitet, haben so ein Internetprovider aufgezogen und hinten im Hinterzimmer die selbstgebauten Kisten auf Bierbänken, einer T1 Leitung und. Und das ging dann irgendwann pleite. Und wir hatten aber schon mit einer Werbeagentur zusammengearbeitet. Zu denen bin ich dann gegangen und war bei denen dann die Web Abteilung in Anführungszeichen. Okay. Ja genau. Bei mir war sehr langweilig zu der Zeit.

[00:51:42] Ja krass so, weil wir wahrscheinlich nicht langweilig oder? Du hast eine Menge.

[00:51:46] CPU mega langweilig war, die mir viel zu wenig Zeug rüber gebracht haben letzten Endes, weil das war so eine richtige Werbeagentur, die viel Print gemacht und ich habe dann das einzige, was ich ab und zu machen musste, war, dass dann jemand ankam mit so einem DIN A3 Ausdruck, wo jemand in Quark eine Website in Anführungszeichen gestaltet hat und gesagt hat Mach das mal so und ich gesagt, das ist völlig unmöglich, das ist völliger Schwachsinn, was das bringt. Es ging nicht, weil diese Kommunikation zwischen Print und und und und dem vor mir und natürlich damals noch überhaupt nicht mehr klappt heute auch noch nicht besonders gut damals. Damals halt überhaupt nicht. Und ansonsten habe ich Minesweeper oder Solitär auf meinem Computer gespielt und schnell am Alltag gedrückt, wenn der Chef reinkam. Und deswegen war mir sehr, sehr langweilig da. Jetzt weiß ich nicht, wie wir dahin gekommen sind.

[00:52:33] Ich hatte Dich gefragt Hat das so mit dem Web Development ist ja, genau, ich fand es. Also bei mir war das so, ich fand es mal super spannend. Für mich war das Internet immer auch eine Möglichkeit, mir selber zu zeigen, was ich mache, auch mit der Musik und Visuals. Und ich hatte meinem Studium super viel mit Musikvideos, Videos, ich habe immer super viel proaktiv gearbeitet und immer ganz viel gemacht, so was aus mir herauskommt. Und mich hat das immer total genervt. Das weiß ich jetzt erst, wenn mir jemand gesagt hat, was ich tun soll, wenn ich das nicht so, wenn ich da nicht so den Drive gespürt habe. So, das hat mich unglaublich gestresst. Auch auch bei meinem Vater am Ende. So, ich hatte immer eine Aufgaben, es war mehr so Marketing mäßig und ich fand es einfach schrecklich und ich bin funktioniert einfach viel besser, wenn ich proaktiv arbeiten kann. Also wenn ich mir selber sagen genauso.[00:53:13] Es geht mir genauso, ich deswegen habe ich. Ich habe auch die Schule geschmissen, weil ich auch nicht diesen Frontalunterricht. Das ging für mich nicht. Aber ich kann sehr gut lernen. Wenn mich was interessiert, lerne ich auch für mich alleine.

[00:53:22] Total.

[00:53:23] Aber es ist ich. Ich kann es gut nachvollziehen, was das angeht. Und schon deswegen bei mir war es dann auch besser als ich. Dann nehme ich ja, ich bin ich hab mein Zivi gemacht nach dieser Agentur noch, welche es nämlich lange herausgezögert habe und bin dann gekommen. Und als ich den dann gemacht hatte, habe ich dann. Selbstständig gearbeitet, weil ich gesagt habe, ich setze mich nicht nochmal irgendwo rein, um jemand Aufgaben vor vorsetzt, weil es für mich nicht funktioniert.

[00:53:45] Einfach interessant. Machst du denn nebenbei noch Jobs auch?

Speaker 2 [00:53:47] Oder jetzt oder naja, jetzt nicht mehr mit dem mit dem Podcast habe ich gesagt, ich konzentriere mich da jetzt hundertProzentig drauf, um zu schauen, ob das wirklich was werden kann. Ja, und wenn ich da parallel dann noch wieder Kunden Aufträge gemacht hätte, dass das zeitlich zeitlich nicht funktioniert.

[00:54:05] Also ich mache das halt so, dass alles, was ich jetzt auch so an Aufträgen derzeit heranziehe, das muss immer auf das Konto einzahlen, so Development Plattform. Also das ist ein bisschen so meine Strategie. Wenn ich jetzt zum Beispiel gerade für einen großen so ein großes amerikanisches Computer Unternehmen arbeite, dann überlege ich mir vorher Macht das Sinn? Und was sendet das auch für ein Signal? So das Signal. Was es jetzt sendet, ist wahrscheinlich Das ist was, was, wo man auch was mit machen kann. Das ist sehr wichtig, auch so ein Trust aufzubauen und zu zeigen Guck mal, das ist jetzt nicht hier nur so ein bisschen Spinnerei, sondern man kann das auch konkret für Projekte einsetzen. Ob das jetzt immer das richtige Tool ist oder nicht, weiß man nicht. Also das ist oft nicht so, aber die Ästhetik, die durch Creative Coding entsteht, ist halt auch immer sehr die. Passt halt zu vielen Themen sehr, sehr gut. Und deswegen gucke ich mir genau an, ich kriege viele Anfragen von irgendwelchen Firmen, Agenturen, aber nein oder leitest auch weiter. Aber manchmal passt es dann halt auch und dann mache ich das ja.

[00:55:05] Aber es macht ja auch voll Sinn, dass du auch sagst, du suchst dir das so aus. Und das ist dann auch so ein Vertrauen, auch natürlich bei deinen. Also ich sage den Kunden und den Leuten, die deine Kurse mitmachen wollen, mit den Leuten, die der Unterricht ist. Wenn die dann sagen okay, der, der, der Typ, von dem wir da diese Kurse kriegen, das ist nicht irgendjemand, der ist so schäbig, nichts anderes zu tun hat, sondern die Dinge da halt macht. Genau, der kriegt auch von renommierten Firmen tatsächlich Aufträge und man kann mit dem Ding eben wirklich, wirklich was anfangen.

[00:55:36] Das ist der Punkt. Darum geht es auch. Also auf der einen Seite pushe ich das als Denkschule, auf der anderen Seite muss ich auch zeigen Guck mal, du kannst damit mehr machen. Aber was ich noch sagen wollte, ist diese Story. Die erzählt noch mal kurz weiter mit der Musik.

[00:55:48] Ja.

[00:55:49] Genau. Das Spannende war halt Wir haben damals eben dieses Collective gegründet und Patrik hat diese Musik, eben diese quasi in seinen Rechner aufgenommen und daraus dann diese Visuals generiert. Und uns ist da am Ende auch so ein Muster aufgefallen, dass dann Input kommt, dass die Musik und das dann Output kommt oder auch, und da ist das die Bühne. Und daraus haben wir dann gemerkt, man kann ganz viele andere Inputs nehmen, zum Beispiel ein Text oder ein Video oder ein Gespräch oder was weiß ich, Datensätze, Bücher, was auch immer und kann die in unterschiedliche Formen gießen. Mit generative Gestaltung, also Creative Coding und generative Gestaltung geht so ein bisschen ein, fließt so ein bisschen ineinander. Und das war so ein Moment, wo ich krass was da für Möglichkeiten stecken. Also du bist dadurch komplett medien oder unabhängig längst nicht mehr. Okay, ich mach ein Plakat, also nutze ich jetzt InDesign. Ich mache ein Video, also benutze ich jetzt Animation. Ich mache jetzt was mit After Effekt, sondern du kannst ein System entwickeln, was später in der Theorie in unterschiedlichste Aggregatzustände sich wiederfinden kann oder widerspiegeln kann.

[00:56:51] Und unterschiedlichen Medien meinst du dann eben sowas wie eine Nation oder Print oder Web oder sonst irgendwas.

[00:56:56] Genau. Und das ist super interessant in Systemen zu denken. Und da sind wir auch wieder beim Thema Denkschule, weil das Denken ist immer noch der Flaschenhals. Also die Leute checken das noch nicht, die sagen Was lerne ich Designer, für welches Medium denn? Und da würde ich sagen Stopp! Weil also denk doch mal in Systemen und nicht in Medien, weil dann wird es wirklich erst so, dann Christoph. Dann kommt man in diesen Bereich, wo man dann auch für seine Ideen wirklich gewertschätzt, wertgeschätzt wird und nicht nur für die technischen Skills.

[00:57:26] Aber das ist ja auch abhängig davon, ob man nicht tatsächlich auch die die Leidenschaft eben nur für ein Medium hat. Ich meine, es gibt ja durchaus Leute, die einfach gerne gerne grafisch gestalten, irgendwie und nicht das geringste Interesse für Animation haben oder für sonstige Visuals oder was auch sonst. Du kannst dir besser jetzt andere Sachen ausdenken, aber du weißt, was ich meine. Manche Leute wollen ja auch konkret einfach nur das eine machen. Und wenn man dann so was macht wie das, was man bei dir lernt, also eben diese generativen Sachen auch, und das heißt ja auch Kontrolle, loslassen zu einem gewissen Grad, also ich meine, am Anfang, am Anfang halt festlegen, aber dann ja auch die Sachen sich entwickeln lassen. Und das ist ein völlig anderer Ansatz.

[00:58:13] Genau, man erkämpft sich die Kontrolle vom Anfang des Lernprozesses zurück, also bis am Anfang komplett ausgeliefert. Also du stehst vor so einem weißen, vor so einer weißen Fläche und so reinschreiben und im Laufe des Lernprozesses gewinnst du die Kontrolle zurück. Aber du musst es erst mal aushalten, den Kontrollverlust. Und deswegen ist die Lernkurve so unglaublich steil am Anfang.

[00:58:34] Also beim Programmieren insgesamt. Oder erst mal die Grundlagen, bis du das erste. Das erste Mal irgendwas, wo irgendwas passiert ist dauert ja ewig.

[00:58:42] Ja, also Processing ist super einfach zu bedienen, aber bis man was hat, wo man sagt so, ja, das entspricht meinem ästhetischen Gefühl, oder ja, das ist halt für Gestalterin und Gestalter super schwierig.

[00:58:56] Ich meine jetzt aber auch Programmierung insgesamt. Ich meine, wenn du eine Sache schon mal gelernt hast, meine klar, dann ist es relativ easy umzusteigen, wenn du vernünftig und vernünftig JavaScript kannst oder so was. Ja, ich meine, das ist nicht mehr der größte Schritt zu PHP oder weiß der Teufel was. Du hast einmal das Prinzip ja verstanden, musste nur noch lernen. Ist ja nur noch eine andere Sprache lernen dann eigentlich der anderen Syntax vielleicht ein bisschen.

[00:59:19] Genau.

[00:59:20] Aber wenn du halt noch überhaupt keine Erfahrung mit programmieren. Bei mir war es immer so, ich habe eben viel. Mein Vater hat schon immer programmiert, also schon Assembler. Also er hat vorzeiten und hat es immer sehr sehr gepusht und hat viel Buch Satz gemacht und so auch für Microsoft dann Bücher gesetzt und hat immer wahnsinnig viel automatisiert. Einfach. Und immer wenn er bei mir irgendein Problem gesehen hat, hat er natürlich auch Hey, das musst du den Programmieren lernen, du kannst es dann automatisieren. Ja, nein, ich will genau ab mit diesem Scheiß programmieren. Ich will das einfach nur machen. Ich will es nicht programmieren. Es ist halt eben von dem Denkansatz. Ist es, weil du musst halt wie du sagst am Anfang wahnsinnig viel Arbeit reinstecken und dann kannst dir danach halt unermesslich viel Arbeit sparen. Aber diese Hürde am Anfang zu machen, wo man sagt, ich will dieses Ding einfach nur jetzt hier haben und ich will nicht eine völlig andere Thematik lernen. Ist halt ein riesen Riesensprung.

[01:00:21] Das ist super lustig. Das ist super lustig, weil ich habe in meinem Vater immer ich glaube es war in meiner Mediengestalter Ausbildung mal ein Programmier Kurs gemacht beim programmieren. Mein Vater hasst programmieren, der ist ja so, der ist mit Pinsel und mit Stiften und und und. Der malt wie ein Gott so, aber der hasst Programmieren total. Das haben wir auch immer super lange drüber diskutiert und da haben wir immer mal gesagt So ehrlich gesagt ja, ich möchte gerne Internetseiten auch gestalten können, das ist jetzt so, das muss man ja können. Und dann hat er gesagt, wir machen einen HTML Kurs am HNF, das ist das Größte. Das ist so ein Computer Museum in Paderborn, das größte der Welt übrigens. Also lohnt sich ein Besuch. Sehr schön. Und dann haben wir einen Kurs gemacht und es ist in einem totalen mein Vater die dümmsten Fragen der Welt gestellt und eigentlich diesen ganzen Kurs komplett aufgehalten. Und ich habe die ganze Zeit nur gelacht. Die ganze Zeit. Über so etwas ist es peinlich. So und vielleicht hat mich das am Ende auch nochmal ein bisschen mehr zum Programmieren motiviert, weil ich gemerkt hab, es gibt halt einfach diese, die diese Hürden und diese Hemmnisse, also und diese Gespräche mit meinem Vater darüber, er hat das eigentlich ein ich hätte den Computer mal abgelehnt. Also für ihn war der Computer immer eine Bedrohung, auch ein Stück weit, obwohl er immer mitgegangen ist.

[01:01:28] Aber ja klar, ich war ja auch für die Generation also angestellt, dann war das ja auch, die haben das alles noch ohne gelernt. Ja, und das war ja die Bedrohung, dass jemand anderes dir das wegnimmt. Und dann hat man ja immer. Also mir geht es zumindest so, man weiß dann, es kommt gerade was Neues, man sollte sich damit auseinandersetzen, weil das braucht es für die Zukunft. Wie du eben auch gesagt hat, das mit den Leuten, mit den Dingen, es wird immer schneller, immer schneller. Aber auf der anderen Seite hat man auch wirklich überhaupt keinen Bock oder die Zeit oder die Kompetenz, jetzt sich gerade mit auseinanderzusetzen. Also hat man zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen, dass man es nicht macht. Und das ist ja einfach so ein Teufelskreis.

[01:02:03] Total. Ja, total. Da ist er dann immer noch ausgestiegen. Also das hat man dann auch gemerkt, hat er gesagt zu kommen, jetzt reicht’s mir, jetzt kann ich auch verstehen, er hat so viel in seinem Kopf gehabt. Also zum Beispiel irgendwann hatten wir so Express in Agentur und das wurde dann irgendwann von InDesign abgelöst so langsam, da musste er InDesign lernen und ich glaube, es hat vier Jahre gebraucht, bis er sich dann da wirklich drauf einlassen konnte. Und er hat das so gehasst. Er hat wirklich ständig davon geredet. Also ja, es ist ja unglaublich schwierig, so ein Umstieg von so einer Software auf eine andere. Da dachte ich immer so: “Ja komm ey!”.

[01:02:37] Das ist bei den Werbeagenturen auch ein Riesending. Wo ich sehr gearbeitet habe, war das nämlich auch gerade so und mein Vater hat damals schon mit InDesign gearbeitet und da war das noch recht frisch, das war so kurz nach 2000. Und da hat er das gerade erst rausgebracht, glaube ich. Und das war halt irgendwie war ziemlich schnell allen klar, das wird Quark ablösen, aber es wird halt. Es wird halt eine schwere Geburt, weil die ganzen Agenturen für Quark braucht man ja am Rechner noch irgendwie so ein Dongle hintendran zum Lizensieren und so Scheiße, das war ja, aber das war ja damals alles eine schicke und natürlich mit einer Menge Kohle auch einfach verbunden, eben so ein Umstieg irgendwie zu machen und unglaublich. Ja, ja, das war wirklich gar nicht so, war nicht so einfach und ich kam dann eben an und kannte schon InDesign, hatte mit Quark überhaupt nix und ich musste damit eigentlich auch nix machen. Aber immer wenn ich dann Langeweile hatte und beim anderen drüber geschaut habe, habe ich auch immer mit diesen Scheiß Ding. Da arbeiten irgendwie auch mal InDesign und das hat bestimmt noch acht Jahre gedauert, bis die auf einen Design umgestiegen sind.

[01:03:31] Katastrophe. Und dann hat er versucht, so nach und nach so Features für Webdesign zu entwickeln. Das hat mein Vater dann gesagt So geil ich kann mit meinem Layout-Programm Internetseiten machen die ersten Internetseiten so mit gebastelt und das waren immer so katastrophale Tabellen, Layouts, die so auseinandergefallen sind und boah, das war einfach so ein Struggle. Ich finde es auch verrückt, wie manche Software Companies dann versucht haben irgendwie so Zwitter oder Frankenstein Produkte zu bauen. Also so diese Web features und interaktiv und dann Flash mäßig. Was kann man mit Quark irgendwas animieren oder so? Weiß ich gar nicht mehr.

[01:04:07] Genau, aber keine Ahnung.

[01:04:09] Es war völlig drüber und völlig weit weg von dem Gedanken, dass man halt irgendwie ein Single Purpose Produkt hat. Also das finde ich immer spannend zu sagen Komm, wir kapseln das und dann machen wir lieber noch was anderes als Ich fand es unglaublich.

[01:04:25] Aber ich meine, es war ja auch, ja auch irgendwie, der Gedanke war jetzt nicht völlig weit hergeholt, aber ich meine tatsächlich, damals so um 2000 rum Webseiten zu machen, es gab Microsoft Frontpage, es gab Macromedia Dreamveaver, aber das waren so What You Seeis What you Get, wo du diese zusammenbasteln konntest, den Code gemacht. Der Code war eine Katastrophe.

[01:04:47] Go Live gab es auch glaube.

[01:04:48] Ich Go live von Adobe, oder? Genau, aber das kennen wir ja später. Ja, das war eine Katastrophe. Ich habe Frontpage tatsächlich benutzt, um mir so die gerüstet zu machen. Und dann bin ich mal in den Code reingegangen, immer am Anfang, das weiß ich noch, aber das war alles. Also wirklich vernünftig funktionierende Webseiten für damals zu machen. Musstest du das von Hand? Ich sage jetzt programmieren muss. Und das konnte ich niemandem zumuten. Und so Firmen wie Macromedia oder Adobe oder so arbeiten ja auch nicht auf dem Level, sondern die sagen, er hat letzten Endes, wir haben jetzt einen besonderen WYSIWYG, also die Leute schieben das halt von A nach B und dann, wir kümmern uns um das, was hinten passiert. Also ich verstehe schon, dass das so passieren musste. Hmm, ich meine, wenn du die heute anschaust, ich meine, wie passieren Websites heute? Entweder geht man zu einer Agentur, die tatsächlich das auch wieder programmiert. Letzten Endes, ja. Oder. Oder du gehst zu Square Space und dann hast wir den Front Page Ansatz letzten Endes.

[01:05:53] Ja, und das große Problem daran ist, ich kriege immer wieder Fragen darüber. Ich liebe es. Ja. Meine Website ist so ein bisschen mein kleines Zuhause. Also ich will da rum und ich freue mich unglaublich, wenn ich entweder irgendwas vereinfacht habe oder irgendwie was programmiert hat, was irgendwie die Sache schlanker macht oder sauberer macht. Ich kriege immer wieder die Frage Ja, wie mache ich denn jetzt eine Webseite? So, weil ich habe auch lange als Webseite gearbeitet, auch als Full Stack mit einem Kollegen. Dann für 15, also wirklich verrückte Webseiten, gerade im Frontend programmiert. Also echt crazy. Und ich finde eine Sache fatal, wenn du bei Scratch etwas Seite baust. Danach natürlich ein tolles oder Elemente oder so, das ist immer irgendwie proprietär, weißt du. Ja, ich wollte immer eine Seite haben, die auch ganz viel Content hat. Und wenn du das dann alles so in so eine, in so ein proprietären Produkt rein pusht, dann gehört es ja gar nicht dir. Was passiert denn, wenn es übernächstes Jahr sagt Ja, wir wurden jetzt geschluckt oder wir haben jetzt, wie das Ding funktioniert, nicht mehr oder wird nicht weitergeführt oder so. Das, finde ich, ist eine absolute, also für mich unhaltbar. Ich würde durchdrehen.

[01:06:56] Also ich. Ich verstehe die Sorge, aber ich glaube, dass auch so ein Kurs Kosten Nutzen Faktor. Du kannst die Website für dich selber machen. Bei mir ist es ja genauso. Ich auch erst vor ein paar Monaten. Die Podcast war neu irgendwie gemacht und so und dann macht man das halt so eben und man fühlt sich auch total sicher. Aber es liegt bei mir auf dem Server und bla. Ja, aber auf der anderen Seite machen wir das ja genauso, wenn es zu etwas anderem kommt. Ich meine, du und ich hängen auch bei Patreon drin, weil wenn ich selber eine bezahl Plattform machen wollen und für den Instagram riesen Katastrophe, vor allem bei der Entwicklung jetzt gerade jetzt habe ich mich fertig. Für dich ist das ja auch ein riesen riesen Tool, oder? Und für mich ist es halt auch das größte Kommunikations Werkzeug und ich bin nicht Seite interessiert und Instagram wird gerade ist es. Es ist einfach nur noch Scheiße von vorne bis hinten. Und ist halt die Frage, wie lange diese Plattform noch so relevant ist, ob die sich nicht gerade raus feuern oder so sehr wandeln, dass sie bis ich vielleicht gar nicht mehr mit.

[01:07:51] Ja, also ich finde, das ist. Das ist immer noch unsere kleinste Sorge, wenn man darüber nachdenkt, was jetzt gerade so in der Pipeline ist, also die so diese, dieses Bild von Tristan Harris unser Smartphone ist diese Schnittstelle zwischen unserem programmierbaren Gehirn und dem größten Supercomputer der Welt ist…

[01:08:08] Und so ich pack auch mal den Link zu den ganzen Sachen rein, um so sich frei zu machen von den Social Media Geschichten und weil der der der kam ja aus der Ecke. Und genau hat dann irgendwann gesagt, ich kann das irgendwie moralisch nicht vertreten, da weiterzumachen. Ich muss eher mal den Leuten klar machen, was da eigentlich passiert.

[01:08:27] Das ist ganz spannend, weil er mit seiner Arbeit Dinge so einfach auch erklärt. Das ist das Problem. Es gibt ja auch ganz viele andere, die darüber geschrieben und gesprochen haben, aber der hat das wirklich so auch sehr auf. Bringen können. Und wenn man überlegt, dass das Smartphone immer noch ein Knochen ist und wir immer näher an unseren Kopf ran kommen mit den Geräten wie VR oder AR, dann wird das halt so immersiv, dass wir gar keine. Die Alternative wäre dann weniger. Also die Immersion bei Instagram ist immer noch sehr krude. Es geht immer noch darum, Videos anzuzeigen und es wird ausgerechnet Ja, dieses Video, aber es kommt ja immer näher an unseren Körper heran und wir sind dann irgendwann so transhumane Wesen, die ja wo dann irgendwie vernetzt sind ins Internet. Ich finde das alles super gruselig und.

[01:09:14] Aber ich finde es immer ein interessantes, interessantes Argument. Ich bin da nämlich nicht von überzeugt. Ich habe auch schon genügend Sachen gehört und gelesen, die eben genau das Gegenteil argumentieren. Dass wir eigentlich. Weil wenn du dir überlegst, dass das. Das Handy, dass du da drauf schaust und das lesen kannst, das ist schon so eine wahnsinnig effektive Schnittstelle. Eigentlich. Das ist unglaublich super gut.

[01:09:39] Ich bin absolut.

[01:09:40] Und die Schwelle.

[01:09:42] Und die Schwelle haben, dass wir dann irgendwie sagen, wir haben irgendwas direkt implantiert, das oder so. Also ich meine natürlich diese Zukunft Sachen, da kann man sich immer total peinlich in die Nesseln setzen. Aber andererseits muss ich sagen, ich glaube wirklich nicht, dass in den nächsten Jahrzehnten ein riesen Umschwung kommen wird, da irgendwelche implantierten Sachen und nicht mal irgendwelche bespielten Brillen oder so was, weil der also vor allem von Brillen wie Ah und so was glaube ich, ist wirklich der, der die Kosten Nutzen Faktor so gering am Ende. Ich meine, ist natürlich super, wenn du irgendwie der Medizin bist und reparierst und irgendwie so was. Aber im Alltag brauchen die Leute oder wollen die Leute glaube ich nicht mal, sie sind nicht bereit, den Mehraufwand, den so eine Immersion dann erfordern würde, auf sich zu nehmen für den geringen Benefit, den sie dadurch kriegen, weil wie gesagt, dieses dieses in so ein Handy eintauchen oder sich ein Film anschauen oder so, es ist bereits so immersiv. Ich glaube ich meine, mit 3D arbeiten die Leute auch schon seit 40 Jahren daran und das hat noch nie irgendjemanden überzeugt. Also ich muss sagen, ich glaube, dass es überschätzt wird, wie wie diese Veränderung kommen wird. Ich glaube, mit diesen Knochen, wie du sagst, mit diesen Handys, werden wir noch ein paar Jahrzehnte auf jeden Fall leben. Und vielleicht noch viel, viel länger, weil ich glaube, es ist schon so unglaublich gut.

[01:11:03] Ich bin deiner Meinung grundsätzlich. Ich finde es auch. Also ich finde vor allem das sollte unsere Richtung sein, dass wir das wertschätzen, was wir schon haben und nicht immer gucken, noch mehr haben zu wollen. Also ich bin da total skeptisch und das ist auch etwas, was mich total antreibt, also dafür so ein bisschen so ein Bewusstsein zu schaffen. Also ich mache immer Experimente, so mit Downgrading. Also ich habe ein Dumbphone und jetzt schon seit einiger Zeit. Im Moment habe ich immer mein Smartphone, weil ich gerade hier unterwegs bin, aber ich habe eigentlich kein Internet, wenn ich unterwegs bin. So, und wenn ich jetzt draußen bei mir in meiner Hood rumlaufe. Ich versuche so Low Tech Gedanken zu integrieren und das ist ein Thema, was ich auch in meinem Curriculum unbedingt bearbeiten will. Da bin ich scharf drauf, damit anzufangen. Ich kann gar nicht mehr so richtig warten, weil das wertzuschätzen, was wir schon haben. Das ist ja genau diese kulturelle Reflexion auch, die ich meine, immer noch was drauf zu legen und noch was drauf zu legen und noch was vorzulegen, bringt uns am Ende nicht in die richtige Richtung, weil wir haben im Grunde schon so eine Schatzkammer vor uns, mit der wir so viele Probleme lösen könnten. Aber wir nutzen die nicht, weil wir immer noch von der Werbung und von diesen Marketing Botschaften und irgendwie uns verleiten lassen. Und du kannst ja, du hast ja auch gesagt, du merkst ja auch, wie süchtig das macht und man.

[01:12:12] Bemüht sich jeder, der ehrlich mit sich selber ist.

[01:12:14] Genau. Und das finde ich halt so erschreckend. Also die werden weiter daran arbeiten mit ihrer Brainpower, mit den besten Leuten der Welt, dass das noch mehr Wenn sie sich jetzt nicht strategisch komplett umorientieren, aber das Metaverse, das groß Angekündigte, ist ja genau diese Entwicklung so. Stell dir das mal vor, ich meine, wir sind über Zoom in der Pandemie haben wir einfach mal so die komplette Kommunikation Face to face abgeschafft haben alles in so ein digitales, in so ein Ding hier, wie wir gerade jetzt so gegenübersitzen, verlagert. Das ist schon absolut radikal. Und wenn das jetzt immer massiver wird, ich eine Brille aufsetzen kann und die die Hand geben können, vielleicht sogar irgendwann mal? Wie auch immer das aussehen würde, dann machen das die Leute, weil die wollen eben die Immersion auch im Business.

[01:13:01] Ich da? Bin ich eben nicht überzeugt, weil ich glaube eher, dass da der der Vorteil von dieser Distanz völlig unterschätzt wird. Und ich glaube, dass viele Leute auch wahnsinnig froh sind, dass sie nämlich jetzt alle für die ganzen Meetings unten ohne zu Hause sitzen und zwischendrin den Ton ausmachen und dann irgendwie kurz ein Rauchen gehen und niemand kriegt es mit und so was. Ich glaube, die Leute finden es fantastisch. Ich glaube, niemand will jetzt da gezwungen sein, in so einem virtuellen Schreibtisch an virtuellen Besprechungstisch zu sitzen. Ich glaube, ich glaube, das bringt durchaus auch vor allem Vorteile. Okay, ich fang den Satz noch mal an! Du gehst immer davon aus und ich habe viele gehen davon aus von Leuten, die super involviert in diesen Meetings sitzen und irgendwie was pushen wollen und sowas. Aber ich glaub 80 % wenn ich mehr der Leute die in irgendwelchen Meetings sitzen, sitzen ihre Zeit ab und würden eigentlich was völlig anderes machen. Und die sind eigentlich froh, wenn sie bei dem Summen den Ton ausmachen können und die Leute nicht mitkriegen das sie gerade nebenbei Chips essen.

[01:14:03] Ja, das stimmt schon richtig. Aber gleichzeitig. Das ist ein super komplexes Problem, weil. Also meine Freundin zum Beispiel hat zwei Kinder und hat da Homeschooling gemacht. Also das ist echt verrückt, was da passiert. Das ist einfach dieses Ganze, diese Erfahrung in der Schule auf einmal so in diese privaten Räume verlagert wird. Ich habe vorgestern noch eine aus von Studio Nummer eine Frau kennengelernt, die auch ein Kind hat und die hat sich mit ihrem Mann und ihrem Kind in einem 50 Quadratmeter Wohnung geteilt und die waren beide permanent in Meetings. Also da dachte ich mir so Ja, genau, das ist halt so die Kehrseite. Also wenn du nur noch irgendwie in deinem privaten Räumen, die ja eigentlich sozusagen für dich als Rückzugsort auch wichtig sind, Meetings hast und arbeitest, dann ist das eine schwierige Entwicklung, finde ich.

[01:14:53] Absolut.

[01:14:55] Das meine ich auch mit kultureller Reflexion. Deine Punkte sind richtig, absolut. Ich finde nur, man muss halt drüber sprechen und drüber nachdenken. Und oft wird das halt so verkauft und auch ein bisschen so gesteuert. Vielleicht zum Beispiel in dem Stream, den wir bekommen, wenn wir auf soziale Plattformen gehen. Das ist halt alles so aussieht, als wäre es so, dass alle das geil finden. Vielleicht auch. Also… keine Ahnung. Grundsätzlich glaube ich, sind wir da schon auch einer Meinung, oder?

[01:15:26] Ich bin vor allem auch recht optimistisch, was das angeht, weil ich glaube, dass wir jetzt so von den von der Hardware her und so, also wie dieses Telefon aussieht und so was, und dass wir das ständig dabei und ständig Internet haben. Und ich glaube, ich habe jetzt gerade so ein so ein Plateau erreicht, auf dem werden wir uns jetzt eine Weile bewegen und das gibt uns dann langsam auch mal ein bisschen die Zeit, den Umgang damit dann zu lernen. Das heißt, jetzt müssen wir nur noch kämpfen gegen die Algorithmen, die immer Sucht erzeugen. Da werden letzten Endes ja, aber es gibt ja immer mehr Leute, die dann eben sagen So wie du, ja, ich, aber ich nehme den Urlaub jetzt nur mein Handy mit und nicht mein iPhone, oder ich bin Ende September in Griechenland. Ich Ja, ich will es noch nicht beschreien, aber vielleicht reise ich drei Wochen ohne Computer. Wow, ich weiß, das ist ein wilder Gedanke.

[01:16:15] Unfassbar. Bist du des Wahnsinns? Ich war gerade zwei Wochen ohne Computer unterwegs.

[01:16:22] Ja, du hast ganz kurz unsere Gedanken noch zu Ende zu spinnen. Und ich glaube, vielleicht verkauft uns das jetzt gerade. Zeit, dass wir technisch auf so einem Ding sind, dass ich glaube, wir wollen ja keine Brillen. Und das erkauft uns vielleicht die Zeit, dass wir den Umgang mit den Sachen, die wir schon haben, jetzt mal ein bisschen besser verstehen.

[01:16:39] Ja, das.

[01:16:40] Ist mein, mein Optimismus.

[01:16:42] Das klingt gut und ich bin auch nicht pessimistisch. Also grundsätzlich glaube ich schon, dass man da was machen kann. Ich versuche nur ein bisschen darauf aufmerksam zu machen und auch ein Interesse dafür zu wecken, dass man sich eben auch mal mit der Technik dahinter beschäftigt, um zu gucken, was ist das eigentlich, was wir da haben?

[01:16:55] Na ja, aber ich denke, da ist ja auch für dich ist es ja eigentlich auch wäre es ja auch spannend, wenn die Technik auch mal ein bisschen stehenbleibt. Voll damit die Sachen, die du jetzt auch kommunizierst, auch wirklich mal richtig genutzt und ausgenutzt werden können und auch ausgespielt werden. Sich entwickeln können in diesem Rahmen mal oder ohne dass gleich wieder die völlig große große neue Revolution um die Ecke kommt.

[01:17:21] Ja auch die FOMO dann so greift bei den Behörden, dass sie dann sagen Oh Gott, jetzt kommt Web drei, ich muss jetzt Blockchain lernen und dann kommt Machine Learning, Artificial Intelligence wsu. Also das ist schon krass. Also das ist auch so das große, dieses psychologische Problem, diese fünf Missing out bei den Studierenden auch vor allem, dass sie jetzt sagen, so krass ihr Processing, von wann ist das? 2001. Okay, scheiße. Das ist wahrscheinlich schon super alt. Nee, ich lerne lieber Touch Design also. Aber dieses warum? Also warum lerne ich das? Und was ist der Hintergedanke? Was will ich überhaupt lernen, jenseits von einem Tool? Das ist so ein Prozess, den ich noch oft vermisse.

[01:18:01] Der, sagen wir noch ganz kurz, das heißt ganz kurz, ich will jetzt nicht abkürzen, aber wann kam denn dann der Sprung zu dem Unterrichten? Ich meine, wir haben aufgehört, eigentlich bei der Musik, und das ist erst mal eingestiegen, das jetzt vernünftig da ins Coding. Aber wie kam denn dann die Idee, dass du das tatsächlich auch anderen Leuten weitergeben möchte, was ja eigentlich so diese Zusammensetzung ist mit Menschen zusammenarbeiten und eben dem Coding.

[01:18:28] Also ich hatte in meinem Studium eine ziemlich tiefe Sinnkrise mit meinem Beruf. Also Mitte 20 war ich wirklich einmal. Ich war dann in Lissabon und habe dann da ein Auslandssemester gemacht. Und da habe ich wirklich eine richtige Krise gekriegt. Willst du wirklich Design machen? Es war für mich sowieso ein Determinismus. Von wegen, das führt automatisch in Agentur. Und dann hast du genau das gleiche Leben wie dein Papa. Und ich habe vorher im Krankenhaus mich total wohlgefühlt als Krankenpfleger. Ich auch so im Zivi. Ich konnte einfach gut mit Menschen. Ich liebe es zu netzwerken. Ich liebe es, Menschen kennenzulernen und Gedanken auszutauschen. Das war etwas, was ich wo ich gemerkt habe. Das ist eigentlich genau das, was ich machen will. Also eigentlich wäre Krankenpfleger Beruf für mich auch heute super, weil ich finde es einfach schön. Ich finde, das ist ein sinnvoller, schöner, toller, leider viel zu schlecht bezahlt und viel zu wenig wertgeschätzt. Beruf und auch strukturell Katastrophe. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich habe dann in dieser Krise für mich entschieden Nein, ich werde kein Designer. Und dann habe ich ein Urlaubssemester gemacht, habe dann in einer Schule ein Praktikum gemacht und hab dann nach diesem Praktikum gesagt Ich kann doch bestimmt irgendwie eine Kombination machen. Das war eine Waldorfschule, also ein Theaterstück gemacht, das war super. Also richtig Bock gemacht. Ich kann das da bestimmt verbinden und ich fand es immer toll. Ich hatte einen Prof Roman Skarabis. Der hat das wahrscheinlich niemals. Aber der hat mich unglaublich inspiriert, weil er als Mensch so krass in diesem Fach gewirkt und hat mich inspiriert und war jemand, wo man gemerkt hat, da ist ein Mensch, der vor einem steht, sondern der, der hat einfach so eine unglaubliche Aura gehabt. Das hat mich total fasziniert. Und dann habe ich als Tutor angefangen, im Studium zu arbeiten, für zwei Jahre insgesamt. Da war damals das Elementare Gestaltung sozusagen die Grundlage im Design, Studium. Mit Luther habe ich das zusammen gemacht. Wir hatten einen doppelten Abiturjahrgang, also es gab doppelt so viele Studierende und ich habe eigentlich sofort Lernaufgaben bekommen. Also ich musste sofort richtig unterrichten, obwohl ich den Bachelor Student war und ich habe dann ja vor Studis gesessen und habe dann den Projekte betreut und es hat super gefloppt mit uns. Also es hat echt gut funktioniert. Am Ende hat es dann nicht mehr so gut funktioniert. Hat mich zum anderen Prof gegangen, aber hab dann zwei Jahre halt ein bisschen so in die Lehre reingeschaut und da habe ich gesagt, genau das ist ja, das ist das, was ich machen will. Also nicht jetzt irgendwie Prof werden, um irgendwie eine Rente sicher zu haben, sondern mit Menschen arbeiten zu wollen. Mich hat das angetrieben. Ich habe gesagt, ich will mit jungen Kreativen zu arbeiten. Ich möchte das machen, was Roman Skarabis mit mir gemacht hat, mich so anzuschalten, Meister. Und dann kam irgendwann, als ich dann 2017 habe ich mich selbstständig gemacht als Web Developer dann kam, da haben wir die Julia Stoschek Kollektion, die Webseite gemacht mit Studio von meinem Civic aus Köln und das war so ein Riesenprojekt und habe ich Michael Pichler kennengelernt, Prof aus Linz worden, der gesagt Creative Coding, hast du nicht Bock, Mann? Ich hatte dann wirklich eigentlich meine Freizeit und auch darüber hinaus die ganze Zeit mit Creative Coding rumgebastelt. Das war dann mein neues Ding und ich hab das geliebt. Ich habe das. Ich wusste auch, dass ich das unterrichten möchte. So under the Middle Auftrag angeboten. Bombe funktioniert. Ich habe damals dieses dieses Projekt entwickelt Programming Posters, um zu zeigen Guck mal, Creative Coding im Bereich Grafikdesign macht voll Sinn. Man kann damit keine Visuals machen, spannende neue Territorien erforschen. Was ist das eigentlich? Wie funktioniert das? Ich hatte keine Antworten, aber viele Fragen, die spannend waren, auch für die Studierenden. Und das ist eingeschlagen. Also da habe ich dann Presse bekommen, da war ich dann in diesem Confirmation Bias. Ich habe ich riesige Vorträge gehalten, vor teilweise 700 Leuten bei der Konferenz zum Beispiel und habe super viel Bestätigung bekommen. Das war so ein Hype auch wirklich. Und da habe ich dann richtig Gas gegeben, habe ich gemerkt, okay, das ist es. Und dann habe ich auch gemerkt Boah, das sind so viele Reserven in mir drin. Auch jetzt, wo das so wo ich weiß, da will ich hin, das will ich machen. Da wurde auf einmal ging so ein Motor an in mir, der, ja der, der noch mal so viel Treibstoff hatte, den ich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Und da hab ich mich auch ein bisschen ausmanövriert. Ich habe mich völlig überarbeitet, auch dann. Also ich habe neben meinem Job als Web Developer in Projekten dann noch Creative Coding Lehraufträge gemacht und Research gemacht. Immer also wirklich zu viel gemacht auch. Und hab dann jahrelang auch Lehraufträge gemacht an verschiedenen Unis. So das war dann auch viel remote wie ein Corona. Wobei vorher gab es auch schon einen Lehrauftrag und dann habe ich gemerkt, okay, das geht so gar nicht, das kann ich nicht machen, ich will das, was ich da mache. Also ich konnte das auch von Anfang an sehr, sehr gut so diese Vermittlung von Programmieren, das hat bei mir viel besser funktioniert als in den Kursen, die ich vorher irgendwie kannte oder von Leuten, wo ich gehört habe, wie das, also wie das bei anderen läuft. Und da hab ich gesagt, ich will das viel größer denken, ich will, ich will ein kleines Haus bauen und das soll flexibel sein. Da will ich später Stockwerke drauf bauen können, vielleicht so, und dann habe ich angefangen, das Curriculum, was ich für meine Studierenden entwickelt hatte, digital aufzunehmen und mir eine WordPress Systematik zu bauen, in der ich Kurse und Lektionen anlegen kann. So völlig flexibel. Ich permanent Korrekturen machen kann und so, und das ist jetzt mein heutiges Geschäft geworden. Das ist eigentlich die ganze Story. Ein paar Sachen, die dazwischen noch passiert sind. Aber in der Kürze war das so.

[01:23:52] Ja, aber es waren sehr viele, sehr viele Haltestellen dazwischen, würde ich sagen, sehr viele unterschiedliche Haltestellen und.

[01:24:00] Auch immer wieder auf die Schnauze geflogen, immer wieder Krisen erlebt. So funktioniert alles nicht Scheiße. Und deswegen finde ich das so wichtig. Das Scheitern ist ein absolut wichtiger. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Baustein in so einem Weg. Ich könnte niemals sagen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Für mich so eine, dass ich das spüre, wenn ich nicht all diese Sprüche, also die Prügel eingesteckt hätte oder so böse auf die Nase gefallen wäre. Das gehört für mich dazu und ich finde es einfach großartig, wenn Leute das erkennen und selber auch. Das ist ja diese Abneigung, was man ob du davon gehört hat. In dieser Start up Szene ist das so, da trifft man sich, um seine Fuck ups zu teilen. Da werden Vorträge gehalten, wie man möglichst hart auf die Fresse geflogen ist und das wird dann auch zelebriert und das finde ich großartig. Genau so muss das gehen. Man muss scheitern, um voranzukommen.

[01:24:54] Aber das mit dem auf die Fresse Fallen, das ist ja auch so ein bisschen so eine Einstellungssache. Weil bei mir hat sich das eigentlich mittlerweile dazu geändert, dass ich mir denke, wenn ich Freude an dem habe, was ich gerade mache und auch noch vielleicht was zu essen habe am Ende des Tages. Dann ist mein Ziel eigentlich schon erreicht. Und wenn das nicht für immer funktioniert, dann ist es völlig okay, dann kommt halt das nächste. Das hat nichts mit Scheitern zu tun. Es sind halt Lebensabschnitte, weil sich Interessen ja auch ändern. Bei mir war das immer sehr stark, dass alle paar Monate meine Interessen sich sehr, sehr stark in meine YouTube History über die letzten Jahre anschauen. Das ist sehr spannend. Cool, wechselt, wechselt durch ganz Kulturkreise durch. Eigentlich wahrscheinlich alle sechs Monate.

[01:25:41] Was ist denn bei dir dann so das nächste Ding? Wenn also hast du das schon? Was? Das sagt so was das du noch was on top machst. Vielleicht will es auch gar nicht so sprechen.

[01:25:51] Ja, also es ist. Es ist so ich hatte jetzt durch den Sommer hatte ich so eine Verlagerung eigentlich. Davor war jetzt anderthalb Jahre lang der Podcast halt das größte Thema. Ich habe so viel daran gearbeitet. Ja klar. Und es macht doch immer noch Spaß. Aber ich bin an dem Punkt gekommen, wo das jetzt halt zu einem gewissen Grad Alltag geworden ist. Natürlich auch. Was ja auch schön ist, was ich. Diese Gespräche kann ich jetzt auch umso mehr genießen, als in den ersten paar Wochen, wo ich natürlich wahnsinnig aufgeregt war. Aber und jetzt kam es so, dass ich hatte anderthalb Jahre lang irgendeine ominöse Verletzung, während der ich, wegen der ich nicht besonders viel laufen gehen konnte, was aber eigentlich so meine Leidenschaft ist Laufen, das geht jetzt wieder. Und das ist jetzt gerade das große Thema im Leben. Nicht Arbeit, sondern wie schaffe ich es, möglichst viel in der Woche laufen gehen zu können?

[01:26:37] Ja, super.

[01:26:38] Und jetzt ist die nächste Frage vielleicht, ob man irgendwie diese zwei Themen nicht vielleicht verbindet. Aber das ist noch so ganz, ganz hinten im Kopf irgendwie.

[01:26:47] Ich frage, weil du hast so ein spannendes Archiv aufgebaut. Ich liebe Archive. Ja, wenn so so viel Wissen irgendwie sich irgendwie abrufen lässt auf eine bestimmte Art und Weise und für so spannend, bei dir auch mal so reinzuhören. Ich habe natürlich auch einige Podcasts gehört. Nicht alle, aber einige. Und ich finde es super spannend. Ja, man kann einfach mal so in die Gedankenwelt von Leuten eintauchen, die man bewundert hat. Auch ich war ja immer ein Riesenfan von Eike König. Das war so für mich auch schon vor Jahren, als ich ich kenne den inzwischen ein bisschen meiner Bachelor, ein paar Texte geschrieben und der hat ich war auch mal beim Hort auf einer Party damals, ich, der hat mich sogar mal auf einen Workshop eingeladen, was im Sande verlaufen, aber egal. Also das war für mich damals auch so ein bisschen so ein bisschen so ein, so ein Zugpferd für mich, so ich das gezeigt hat. Also einige von denen ich glaube, hast du Fons Hickmann auch interviewt. Genau fand man Eike König auch, weil finde ich immer so welche, wo ich gedacht habe so, ja da, da sieht man, da ist Power da. Und ob das jetzt genau das ist, was ich machen will, ist überhaupt nicht das Thema. Aber ich habe gesehen, das waren so Querdenker, auch vor allem Eike, der war für mich immer wichtig. So, und.

[01:27:56] Das ist lustig, ist ja auch das Eikes Design gerade während dieser Hochzeit und Mirkos Design heute ja sehr sehr nach Coding aussieht.

[01:28:06] Findest Du?

[01:28:08] Ja, ich finde es hat sehr viel generative Aspekte irgendwie von der Ästhetik her einige Sachen, gerade diese Nike Sachen, die er damals mit Haut gemacht hat und so und sehr viel so Collagen mäßig Sachen waren und die Typo dann eben so das sah, fand ich schon viel danach aus und nun hab ich auch mal drüber gesprochen, der arbeitet glaube ich tatsächlich auch gerade an Tagen mit irgendjemand zusammen. Uns? Ja.

[01:28:33] Habe ich gesehen, fand ich nicht überzeugend, ehrlich gesagt.

[01:28:36] Also bin ich eingetaucht, aber es ist mir deine, deine Expertise. Aber ich finde es interessant, dass solche Gedanken damit aufkommen, weil das glaube ich, in solche Gestaltungen und auch in die Gestaltung, wie sie heute. Auch in bis zu einem gewissen Grad passt das glaube ich durchaus rein. Dieses generative ja, im Mainstream auch, auch im Mainstream, das ist, glaube ich, der Punkt.

[01:28:53] Ja, natürlich, das stimmt. Allerdings muss man auch sagen, die Awareness überhaupt für was wie generative Gestaltung aussehen könnte, ist ja jetzt ganz neu, weil die Leute, also das kommt ja, ich habe das so in den letzten fünf Jahren hatte ich das Gefühl hat, dass man enormen Push bekommen alles so und vorher war das gar nicht so klar. Was ist das überhaupt so? Vorher gab es dieses Buch Generative Gestaltung, da waren viele Partikel Simulationen auf Papier gedruckt. Das hat auch zu krassen Klischees geführt, dass die Leute gedacht haben okay, Creative Coding, generative Gestaltung, da macht man so bunte, abstrakte Bilder, wo man nicht weiß, was sie darstellen sollen. Also. Und heute ist das so? Ja, definitiv. Das ist so ein Wechselspiel. Gleichzeitig, wenn du. Wenn es das nicht gäbe, dann würde man das auch nicht damit in Verbindung bringen. Also generative Gestaltung.

[01:29:36] Habe ich also auch bei uns. Zum Beispiel gab es so manche Sachen, die er gemacht hat, wo ich das Gefühl habe, das nähert sich jetzt langsam so ein bisschen an, das Generative auf der einen Seite sieht immer menschlicher aus, weil es immer mehr sophisticated ist und irgendwie vielleicht auch versteht, wie diese Ästhetik, diese menschliche Ästhetik auch funktionieren soll. Also versteht in Anführungszeichen. Und auf der anderen Seite aber, glaube ich, ist, da haben die menschlichen Gestalter auch immer mehr Interesse daran, Sachen zu machen, die vielleicht teilweise auch etwas random aussehen, was ja eigentlich eher dann das Metier von Computer sachen wäre und so, weil genau die, die du gesagt hast von zeige und Mirko finde ich gehen ein bisschen in diese Richtung, dass die Sachen manchmal etwas mehr random aussehen sollen. Vielleicht machen es aber interessanterweise glaube ich eben sehr viel von Hand.

[01:30:28] Ja klar, dafür ist es auch so, die Tools sind noch nicht so ausgereift. Also mit Processing kannst du keine InDesign Dateien generieren, zum Beispiel das, was wahrscheinlich, vielleicht wahrscheinlich geht das auch, aber ich wüsste jetzt nicht, wie das ist. Die Schnittstellen sind nicht da. Ja, aber die drei gerade Fons Hickmann und Mirko und Eike, die haben mich besonders gepusht damals, dass die Bücher von denen, die waren so, da hab ich gesagt, das ist die große weite Welt, da will ich auch hin.

[01:31:00] Aber jetzt würde ich sagen, lasse ich dir die reale weite Welt offen. Und in Rotterdam genießt das erst mal weiter.

[01:31:06] Ja, mache ich.

[01:31:06] Danke und danke, dass du mit mir sehr viele Umwege gegangen bist. Jetzt auch gerade, aber ich finde es. Tolles Gespräch. Es hat Spaß gemacht.

[01:31:12] Fand ich auch super cool. Ja, mach weiter. Ich finde deinen Podcast super cool und danke, dass du mich eingeladen hast und ich hoffe, wir sehen uns in IRL. Sagt man so schön.


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